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Bildungs-, Berufsbildungs- und Jugendprogramme der EU

Die Bildungs-, Berufsbildungs- und Jugendprogramme sind die Hauptinstrumente der EU zur Umsetzung ihrer gemeinschaftlichen Bildungspolitik. Das neue Programm «Erasmus+» wurde am 1. Januar 2014 lanciert und ersetzt die Programme «Lebenslanges Lernen» und «Jugend in Aktion». Es verfügt über ein Budget von 14,8 Milliarden Euro und dauert bis 2020.

Lebenslanges Lernen

«Erasmus+»

Das Programm «Erasmus+» besteht aus drei Hauptschwerpunkten (sogenannten «Leitaktionen»). Die in diesem Rahmen organisierten Aktivitäten und Angebote stehen allen Institutionen sämtlicher Bildungs- und Berufsbildungsstufen (obligatorische Schule, Berufsbildung, Hochschulen und Weiterbildung) sowie auch dem ausserschulischen Bereich offen. Gegenüber den Vorgängerprogrammen, die sich aus unterschiedlichen, je nach Bildungsstufe konzipierten Mobilitäts- und Kooperationsprojekten zusammensetzten und über 70 Aktionen beinhalteten, bringt «Erasmus+» eine deutliche Vereinfachung. Der Grossteil der Aktivitäten wird jedoch in leicht veränderter Form weitergeführt.

Lernmobilität: Ziel dieser Aktion ist, das länderübergreifende Lernen zu unterstützen und die Mobilität der Lernenden und des Personals von Bildungsinstitutionen zu fördern. Zu den Standardaktivitäten gehören Studienaufenthalte in einer Partnereinrichtung, Lehr- und Arbeitserfahrungen in Unternehmen, Freiwilligentätigkeiten oder Gruppenaustauschmöglichkeiten für Jugendliche. Die Personalmobilität umfasst Weiterbildungen und Lehrtätigkeiten an Partnerinstitutionen auf sämtlichen Bildungsstufen, die sich in bisherigen Programmaktionen bewährt haben.

Strategische Partnerschaften: Die Zusammenarbeit wird verstärkt, indem strategische Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, lokalen oder regionalen Behörden, Sozialpartnern oder Jugendorganisationen gefördert werden. Dabei wird es wiederum einige bereits bewährte Typen von strategischen Partnerschaften geben, um für alle Bildungsstufen empfängergerechte Angebote bereitzustellen. Die geplanten Aktivitäten gehen von Klassenaustauschprojekten über Studienseminare und Kooperationen im ausserschulischen Bereich bis hin zum Innovationstransfer für Bildungsanbieter, insbesondere im Hinblick auf eine vereinfachte Anerkennung von Fertigkeiten und Kompetenzen.

Unterstützung der politischen Reformen: Diese Aktion richtet sich in erster Linie an Entscheidungsträger auf allen Ebenen und unterstützt Netzwerke, Pilotprojekte, Weiterbildungen und Studien. Sie soll vorrangig Aktivitäten fördern, die die Qualität der Datengrundlage und die Transparenz in den Bildungs- und Berufsbildungssystemen verbessern.

Abkommen zwischen der Schweiz und der EU

Nach mehr als 15 Jahren der indirekten Teilnahme beteiligte sich die Schweiz zwischen 2011 und 2013 aufgrund eines Abkommens mit der EU vollständig an den Programmen «Lebenslanges Lernen» und «Jugend in Aktion». Davor galt eine projektweise Beteiligung mit beschränkten Rechten und einer direkten Finanzierung durch die Eidgenossenschaft.
Dank der Vollbeteiligung zwischen 2011 und 2013 konnten sich Schweizer Teilnehmende mit denselben Rechten wie EU-Bürgerinnen und -Bürger an sämtlichen Aktionen beteiligen, die im Rahmen dieser Programme durchgeführt wurden. Ausserdem konnten Schweizer Einrichtungen Projekte vorschlagen und koordinieren. Des Weiteren hatte die Schweiz die Möglichkeit, die strategische Ausrichtung der Programme in den dafür zuständigen Gremien mitzugestalten. Der Beitrag der Schweiz an das Budget dieser Programme belief sich für die Jahre 2011–2013 auf 44,7 Millionen Euro für das Programm «Lebenslanges Lernen» und 5,4 Millionen Euro für das Programm «Jugend in Aktion».

Die Beteiligung an den Bildungsprogrammen der Europäischen Union ist einer der Schwerpunkte in der internationalen Strategie für den Bildungs-, Forschungs- und Innovationsbereich der Schweiz. Sie ist seit über 20 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit. So konnten in den vergangenen Jahren Tausende von Schweizerinnen und Schweizern ihre Ausbildung durch einen Auslandaufenthalt bereichern und zahlreiche junge Ausländerinnen und Ausländer erhielten die Möglichkeit, einen Ausbildungsaufenthalt in der Schweiz zu machen. 2013 öffneten die Mobilitätsprogramme über 7000 jungen Schweizerinnen und Schweizern die Türe zu anderen europäischen Ländern.

Nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 hat die EU die laufenden Verhandlungen für eine Beteiligung der Schweiz an «Erasmus+» sistiert. Die Schweiz wird für dieses Programm künftig als Drittstaat behandelt. Aufgrund dieser Sistierung hat der Bundesrat beschlossen, für 2014 bis 2016 eine Übergangslösung im Sinne der früheren indirekten Teilnahme einzurichten. Diese Übergangslösung schreibt der Mobilität die höchste Priorität zu und geht davon aus, dass weiterhin eine Vollassoziierung an «Erasmus+» angestrebt wird. Sie ist mit Einschränkungen verbunden und bietet nicht die gleiche Vielfalt an Beteiligungsmöglichkeiten wie «Erasmus+», schafft aber die notwendigen Voraussetzungen zur Gewährleistung einer grösstmöglichen Kontinuität. Die zur Verfügung gestellten Mittel decken auch die Kosten für die Incoming-Mobilität ab. Zuständig für die Umsetzung der Übergangslösung ist die «ch Stiftung».

Umfassende Informationen zur Übergangslösung und zu den Teilnahmebedingungen für die EU-Bildungs-, Berufsbildungs- und Jugendprogramme sind auf der Internetseite der «ch Stiftung» unter www.ch-go.ch zu finden.


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Kontakt

Wissenschaftlicher Berater EU-Bildungs- und Jugendprogramme
T +41 58 463 26 74
Kompetenzzentrum für Austausch und Mobilität der ch Stiftung
Dornacherstrasse 28A
Postfach 246
4501 Solothurn
T +41 32 346 18 18

Aktuell

Typ: PDF

über die Anhörung zur Totalrevision der Verordnung über die Beiträge für Schweizer Teilnahmen an den Bildungs-, Berufsbildungs- und Jugendprogrammen der EU sowie für das Schweizer Haus in Paris
31.08.2015 | 127 kb | PDF
Die Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative und ihre Auswirkungen auf die Schweiz.
Typ: PDF

01.12.2015 | 41 kb | PDF

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