Editorial

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

Die Agenda 2019 präsentiert sich vielfältig und herausforderungsreich. Da ist die Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2021-2024. Diese alle vier Jahr wiederkehrende Aufgabe bietet die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und Schwerpunkte zu setzen. Schwerpunkte setzen heisst aber nicht nur, Neues angehen oder Bestehendes ausbauen, sondern allenfalls auch Bestehendes hinterfragen. Dazu sind die Anliegen der Akteure wichtig. Zum Beispiel haben der ETH-Bereich, die Rektorenkonferenz swissuniversities, der Schweizerische Nationalfonds, Innosuisse und die Akademien der Wissenschaften Schweiz im Vorfeld ihre Mehrjahresplanungen mit inhaltlichen Prioritäten und finanziellen Vorstellungen erarbeitet.

Da ist zweitens das grosse Interesse der Forschung und Wirtschaft an «Horizon Europe», dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FRP) mit der Laufzeit 2021-2027. Derzeit verhandeln EU-Kommission, -Rat und -Parlament über die gesetzliche Grundlage und die konkrete Ausgestaltung dieses FRP. Die Beteiligungsmodalitäten von assoziierten Staaten wie die Schweiz sind von diesen Diskussionen ausgeklammert. Sie sollen im Herbst behandelt werden, wenn die Situation in Sachen Brexit besser abschätzbar ist. Es ist aber klar, dass die Schweiz eine Assoziation an die nächste FRP-Generation anstrebt. Auch prüft die Schweiz eine Beteiligung an neuen Programmen wie «Digital Europe». Um die diesbezügliche Interessenlage der Schweizer Forschungs- und Innovationsakteure zu eruieren, haben das SBFI und weitere Bundesstellen im Auftrag des Bundesrates eine Umfrage durchgeführt und werden nun die Resultate auswerten. Zudem beschäftigen uns die auf EU-Ebene laufenden Diskussionen zum Nachfolgeprogramm von «Erasmus+». Erst wenn dessen Parameter bekannt sind, kann die Frage einer Assoziierung ab 2021geprüft werden.

Die Digitalisierung als grosse Herausforderung und ebenso grosse Chance beschäftigt uns 2019 auch auf nationaler Ebene. Im Rahmen der Ausschreibung für die 5. Serie Nationaler Forschungsschwerpunkte (NFS) hatte der Bund auch Eingaben erwartet, welche die Grundlagenforschung im Bereich der Digitalisierung stärken und ihr Potenzial für verschiedene Anwendungsbereiche nutzen. Dass er in dieser Erwartung nicht enttäuscht wurde, sollte die kommende Lancierung neuer NFS durch das WBF zeigen.

Last but not least, die Berufsbildung: Das Steuergremium des Prozess’ «Berufsbildung 2030» hat soeben den Start der Plattform www.berufsbildung2030.ch noch im März 2019 beschlossen. Die Website enthält allgemeine Informationen zur Strategie und gibt einen Überblick zu Projekten.

Bei all dem ist nicht zu vergessen, dass die erwähnten und die vielen anderen nicht erwähnten Dossiers eng miteinander verknüpft sind. Für den Bund ist klar: Der BFI-Bereich bleibt weiterhin stark dank der Gesamtsicht auf alle Akteure, Bedürfnisse und Fördermassnahmen. Wichtig ist auch, die Balance zu finden zwischen Beständigkeit und Wandel. Gemeinsam gilt es, die sich stellenden Herausforderungen zu benennen, die Opportunitäten zu erkennen und den Wandel zu gestalten.

Martina Hirayama
Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation

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