Zum Hauptinhalt springen

Institut Laue-Langevin

Das Institut Laue-Langevin (ILL) in Grenoble erweitert die Grenzen der Neutronenwissenschaften und -technologie. Mit der weltweit leistungsstärksten Neutronenquelle für Forschungsarbeiten eröffnen Schweizer Forschende neue Perspektiven in verschiedenen Bereichen wie Physik, Chemie, Magnetismus, Materialwissenschaften, Energie, Biologie und Medizin.

Wissenschaft von morgen

Der 1971 in Betrieb genommene Hochflussreaktor versorgt über 40 hochmoderne Instrumente. Dank seiner hervorragenden Infrastruktur nimmt das ILL in der Neutronenforschung weltweit eine Spitzenstellung ein. Jedes Jahr nutzen Hunderte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Einrichtungen, um bahnbrechende Experimente in der Grundlagen- und angewandten Forschung durchzuführen. Das ILL ist eine Schlüsselinfrastruktur für die europäische Forschung, in der Forschende Ideen und Techniken austauschen, um die Wissenschaft von morgen zu begründen.

Partnerschaft mit der Schweiz

Die Schweiz arbeitet seit 1988 über Abkommen, die alle fünf Jahre erneuert werden, mit dem ILL zusammen. Im Jahr 2024 unterzeichnete die Schweiz mit dem ILL ein Abkommen, um ihre Beteiligung als wissenschaftliches Mitglied bis 2033 zu verlängern. Neben der wissenschaftlichen Nutzung des ILL durch die Schweizer Forschungsgemeinschaft bringt diese Zusammenarbeit auch Vorteile für Schweizer Unternehmen, die in ihren Beziehungen mit dem ILL vom Swiss ILO unterstützt werden.

Verantwortlich für die Schweizer Beteiligung am ILL ist das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI).

Modernisierung und Innovation: die Programme Millenium und Endurance

Um seine internationale Spitzenposition in der Neutronenwissenschaft zu erhalten, führte das ILL zwei Programme zur Modernisierung seiner Einrichtungen durch. Im Rahmen des 2001 gestarteten Programms «Millenium» wurden 14 neue Instrumente installiert und die Leistung der vorhandenen Geräte verzehnfacht. Das zweite Programm «Endurance» läuft seit 2016 und beinhaltet die Modernisierung oder den Ersatz von circa 30 Instrumenten, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben.

Europaweite Partnerschaft

Die Gründungsmitglieder des ILL sind Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Österreich, Belgien, Dänemark, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, die Tschechische Republik, die Schweiz und Schweden beteiligen sich als wissenschaftliche Mitglieder für erneuerbare Zeiträume von fünf Jahren am Betrieb des ILL. Das ILL beschäftigt etwa 500 Mitarbeitende und verfügt über ein Jahresbudget von rund 102 Millionen Euro. Die Infrastruktur ist darauf ausgerichtet, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus seinen Mitgliedsstaaten aufzunehmen. Die Vergabe der Experimentierzeit erfolgt auf Wettbewerbsbasis: Nur die Forschenden mit den interessantesten Projektvorschlägen können ihre Forschungsarbeiten am ILL durchführen.

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI

Internationale Forschungsorganisationen
Patrice Soom