Neue Erkenntnisse und vielversprechender Wissens- und Technologietransfer

Bern, 04.07.2018 - Der Bundesrat ist am 4. Juli 2018 durch das WBF über den Abschluss von zwei erfolgreichen Nationalen Forschungsprogrammen (NFP) informiert worden. Aufgrund einer Empfehlung aus dem NFP 64 «Chancen und Risiken von Nanomaterialien» ist beispielsweise eine Anlaufstelle eröffnet worden, die für KMU, Start-up-Unternehmen und Industrie Expertenwissen für innovative Anwendungen von Nanomaterialien zur Verfügung stellt. Auch das NFP 66 «Ressource Holz» hat einen positiven Leistungsausweis: Neben wichtigen Forschungsresultaten zählen verschiedene Partnerschaften mit der Industrie, die Lancierung von über einem Dutzend Innosuisse-Projekten sowie die Gründung von bisher mindestens vier Start-Up-Unternehmen dazu.

Gesamthaft betrachtet können das NFP 64 und NFP 66 als erfolgreich bewertet werden. Beide Programme sind nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht von grosser Bedeutung, sondern auch aus Sicht der verschiedenen Nutzerkreise: Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Damit haben die NFP aus Sicht des «Auftraggebers», dem Bund, ihre Ziele vollständig erfüllt und können als «gute Beispiele» für künftige NFP dienen.

Nanomaterialien auf der Spur

Das 2007 vom Bundesrat lancierte NFP 64 «Chancen und Risiken von Nanomaterialien» hatte zum Ziel, vorhandene Lücken im Wissen über Nanomaterialien zu eruieren und die mit der Herstellung, dem Einsatz und der Entsorgung von künstlichen Nanomaterialien verbundenen Chancen und Risiken für Mensch und Umwelt zu verstehen. Synthetische Nanopartikel weisen sehr unterschiedliche Eigenschaften auf und sind aufgrund ihrer «kleinen Grösse» – kleiner als der zehntausendste Teil eines Millimeters – vielfältig einsetzbar. Im Rahmen des NFP 64 sind 23 Forschungsprojekte realisiert worden. Diese dauerten fünf Jahre (2010 bis Ende 2015) und verfügten über ein Budget von 12 Mio. CHF.

Aus den Forschungsergebnissen zum NFP 64 geht hervor, dass die Anwendung und Einsatzbereiche von synthetischen Nanomaterialien vielfältig und vielversprechend sind, beispielsweise im Gesundheitsbereich (als nanofaserverstärkte Knochenersatzmaterialien), im Nahrungsmittelbereich (zur Verbesserung der Haltbarkeit von Nahrungsmitteln) oder im Energiebereich (für effizientere Heiz- und Kühlsysteme). Die verschiedenen Forschungsprojekte konnten zu diesen Anwendungsgebieten auch konkrete Anwendungsresultate liefern. Zudem hat das NFP aufgezeigt, dass die zum Schutz schädlicher Wirkungen von synthetischen Nanomaterialien etablierten Instrumente derzeit ausreichen, aber jedes neue Nanomaterial und jede neue Anwendung eine eigene Risikoanalyse erfordern.

Holz bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten

Das 2010 vom Bundesrat lancierte NFP 66 «Ressource Holz» wurde in enger Zusammenarbeit des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse durchgeführt. Die Forschenden erarbeiteten in 30 interdisziplinären Projekten mit Industriepartnern innovative Technologien und Dienstleistungen für eine erweiterte Nutzung von Holz sowie Grundlagen für weitere Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Die Forschungszeit dauerte fünf Jahre (2012-2016). Das Förderbudget umfasste 18 Mio. CHF.

Die Forschungsresultate des NFP 66 zeigen, dass für Holz beträchtliche Potenziale zur zusätzlichen und breiteren Nutzung bestehen. Viele dieser Resultate lassen sich auf dem Weg der industriellen Holznutzung direkt in neue Materialien (Nanocellulose und holzbasierte Hybridmaterialien) umsetzen und über neue Technologien weiterentwickeln. Im Rahmen des NFP konnten neue Forschende für den Forschungsgegenstand Holz gewonnen und ein Dialog mit dem Verein «Swiss Wood Innovation Network» (S-WIN) etabliert werden. Zu den Handlungsempfehlungen des NFP gehören Strukturanpassungen zur effizienteren Waldbewirtschaftung, die verstärkte Einordnung der Ressource Holz in eine umfassende Schweizer Bioökonomiestrategie und die Schaffung eines Kompetenzzentrums Bioraffinerie.

Mit den Nationalen Forschungsprogrammen fördert der Bund Forschungsprojekte, die zu Orientierungs- und Handlungswissen führen und damit zur Lösung aktueller Probleme von nationaler Bedeutung beitragen können. NFP werden vom Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt und nach jeweils rund fünfjähriger Laufzeit abgeschlossen. Der Bundesrat hat seit der Einführung des Förderinstruments 1974 bis heute 76 NFP lanciert.


Adresse für Rückfragen

Nicole Schaad, Leiterin Ressort Forschung
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation
058 463 59 85,
nicole.schaad@sbfi.admin.ch


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Der Bundesrat
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