Verbundpartner rüsten Berufsbildung für die Zukunft

Bern, 18.04.2016 - Unter der Leitung von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann haben Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Politik und Wirtschaft am heutigen nationalen Spitzentreffen starke Signale zur Weiterentwicklung der Berufsbildung gesetzt. Nebst der Erarbeitung einer zukunftsorientierten Berufsbildungsstrategie setzen die Verbundpartner Massnahmen zur Optimierung von administrativen Prozessen und zur beruflichen Qualifizierung von Erwachsenen auf die gemeinsame Agenda. Die Verbundpartner sind sich einig, dass die erforderlichen Mittel in der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017-2020 bereitgestellt werden müssen.

Mit dem Ziel, die Berufsbildung gemäss gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Bedürfnissen weiterzuentwickeln, verabschiedeten die Teilnehmenden des Spitzentreffens der Berufsbildung Massnahmen in folgenden Bereichen:

Berufsbildungsvision 2030

Unter Federführung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI erarbeitet eine verbundpartnerschaftlich zusammengesetzte Projektgruppe, in der auch Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft vertreten sein werden, die erforderlichen strategischen Grundlagen für eine gemeinsame, zukunftsorientierte Berufsbildungsstrategie. Stossrichtungen für die Weiterentwicklung der Berufsbildung sollen bis zur Verbundpartnertagung 2017 vorliegen. Dabei wird insbesondere gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen wie der Digitalisierung oder der Industrie 4.0 sowie der Komplexität des Systems Rechnung getragen werden.

Prozessoptimierung

Mit dem Ziel, qualifizierte Fachkräfte für die Wirtschaft bereitzustellen und die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hochzuhalten, wollen die Verbundpartner den administrativen Aufwand für Unternehmen reduzieren, welche Lernende ausbilden. Erste Verbesserungen in den Kantonen und bei den Organisationen der Arbeitswelt sollen bis zum nächsten Spitzentreffen umgesetzt und ausgewertet werden. Spürbare Resultate und Vereinfachungen sollen eine koordinierte, einheitliche und effiziente Datensammlung, -erfassung und -nutzung bringen. So unter anderem bei der Lehrstellendatenbank LENA. Laut Bürokratiemonitor 2015 des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO bewerteten 59 Prozent der Unternehmen die administrative Belastung im Bereich Berufsbildung / Lernendenwesen als "hoch" oder "eher hoch". Die Mehrheit der antwortenden Unternehmen gab zudem an, dass diese Belastung seit der letzten Befragung 2012 zugenommen habe.

Berufliche Qualifizierung von Erwachsenen

2014 besassen laut Bundesamt für Statistik BFS über 550'000 Personen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren keinen nachobligatorischen Abschluss. Bereits heute aber dienen die "Fachkräfteinitiative plus" oder das Bundesgesetz über die Weiterbildung dazu, die Arbeitsmarktsituation betroffener Personen nachhaltig zu verbessern und dem Fachkräftemangel erfolgreich entgegenzuwirken. Mit einer Informations- und Sensibilisierungsoffensive ab 2017 sowie dem in Kürze erscheinenden Leitfaden "Erwachsenengerechtes Ausbilden und Prüfen" wollen die Verbundpartner Erwachsene, die einen Berufsabschluss nachholen oder sich weiterbilden wollen, sowie Bildungsanbieter und -beratende besser über bestehende Wege und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung informieren.

Finanzierung

Die Verbundpartner sind sich einig, dass die erforderlichen Mittel zur Umsetzung aller Massnahmen der Berufsbildung in der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017-2020 bereitgestellt werden müssen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die bessere Finanzierung der höheren Berufsbildung nicht zu Lasten der beruflichen Grundbildung erfolgt.

Integration von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen

Die Verbundpartner sind sich der Dringlichkeit der Thematik bewusst. Sie haben sich dafür ausgesprochen, in einem verbundpartnerschaftlichen Dialog die Situation zu analysieren und entsprechende Massnahmen zu treffen. Ziel ist es, die bestehenden Angebote und Instrumente  zu nutzen und allenfalls spezifisch auszurichten. Die Verbundpartner legen Wert auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Migrationsbehörden. 


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