Gestaltung von Karrieren durch das Zusammenspiel von theoretischer und praktischer Bildung und einer karriereverbessernden Arbeitsgestaltung

ETH Zürich

Projektleitung: Prof. Dr. Gudela Grote

Laufzeit: 01.11.2016 – 30.11.2020

Ausgangslage: Die duale Berufsbildung in der Schweiz offeriert - mit ihrer Durchlässigkeit und den diversen Weiterbildungsmöglichkeiten - eine Vielzahl beruflicher Werdegänge, bei denen verschiedene individuelle Fähigkeiten und Interessen so kombiniert werden können, dass der Wirtschaft und den Arbeitgeberorganisationen zur Deckung unterschiedlicher Bedürfnisse ein Pool fähiger Arbeitskräfte zur Verfügung steht. Technischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Wandel erfordern aber, dass das allgemeine Bildungsniveau weiter verbessert wird. Das Bildungssystem muss noch agiler werden und die theoretische und praktische Ausbildung sowie die Anstellung selbst müssen so integriert werden, dass die Beschäftigungsfähigkeit („employability“) von Individuen über den gesamten Lebensverlauf verbessert wird.

Forschungsfrage und Hypothesen: Basierend auf dieser Ausgangslage beschäftigt sich das Forschungsprojekt mit der Frage, ob und in welchen Berufsbereichen das Erlernen und Ausüben eines einzigen Berufs über die ganze Lebensdauer zukunftsfähig ist. Auch wird die Frage gestellt, welche Art von Unterstützung den Individuen in der beruflichen Grundbildung gegeben werden kann, damit das Arbeitsengagement und die Beschäftigungsfähigkeit langfristig aufrechterhalten werden können. Die Hypothesen beziehen sich auf die Wirkung von Automationspotenzialen, Karrierechancen, Übergänge in den tertiären Bildungssektor, karriereverbessernder Arbeitsgestaltung sowie von theoretischer und praktischer Bildung auf die individuelle Beschäftigungsfähigkeit, das Arbeitsengagement und die Jobfluktuation.

Forschungsdesign: Das Forschungsprojekt beinhaltet drei Teile:

  1. Bestehende Paneldaten werden analysiert, um Berufe mit hoher bzw. tiefer Jobfluktuation zu identifizieren. Konkret untersucht werden Übergänge in andere Jobs oder in die Tertiärbildung sowie spezifische Charakteristiken dieser Jobs insbesondere in Bezug auf Automationspotenziale, Karrierechancen und verfügbare Passagen zur Tertiärbildung.
  2. Für 6-8 Berufsfelder, die sich bezüglich der Jobfluktuation unterscheiden, werden statistische Analysen mit bereits verfügbaren Paneldaten, Jobbeobachtungen und Interviews mit Arbeitnehmern sowie Arbeitgebervertretungen durchgeführt. Ziel ist es, für diese Berufe Unterschiede hinsichtlich karrierefördernder Merkmale, Unterstützung in der berufliche Grund- und in der Weiterbildung sowie bezüglich der individuellen Beschäftigungsfähigkeit und des Arbeitsengagements der Angestellten zu beurteilen.
  3. Organisatorische und pädagogische Massnahmen zur Förderung nachhaltigen Arbeitsengagements und guter Beschäftigungsfähigkeit von Individuen in Berufen mit hoher Fluktuation sollen entwickelt und durch eine umfangreiche Erhebung unter den Angestellten in diesen Berufen validiert werden.

Wissenschaftliche und praktische Beiträge: Mit der Verbindung von Konzepten aus der Berufs- und Arbeitspsychologie kann ein besseres Bild davon gezeichnet werden, was benötigt wird, um Karrieren in Anbetracht volatilerer Arbeitsmärkte zu formen. Aus den daraus resultierenden Anforderungen können Schlüsse gezogen werden, die zu einer agileren Kompetenzentwicklung beitragen könnten. Aus den Massnahmen, welche im dritten Teil des Projektes entwickelt und validiert werden, können direkt Empfehlungen darüber abgeleitet werden, wie das Zusammenspiel von theoretischer und praktischer Bildung sowie berufsfördernder Arbeitsgestaltung gestaltet werden sollte, um die lebenslange Beschäftigungsfähigkeit und den Karriereerfolg zu unterstützen.

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