Berufsbildungsentscheidungen beim Übergang an der ersten Schwelle. Determinanten der Ausbildungswahl und der Berufsbildungschancen (DAB l)

Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaften

Projektleitung: Prof. Dr. Rolf Becker

Laufzeit: 01.10.2011 - 30.09.2013

Die DAB-Panelstudie untersucht Berufs- und Ausbildungsentscheidungen von Jugendlichen der Deutschschweiz gegen Ende der obligatorischen Schulzeit. Die Analyse des Entscheidungsprozesses und der Wahl einer dualen oder vollzeitschulischen Berufsausbildung stehen im Vordergrund des Projekts.

Den theoretischen Ansatz bildet ein strukturell-individualistisches Erklärungsmodell, das individuelle Restriktionen (Geschlecht, soziale Herkunft, schulische Leistungen, etc.) wie auch strukturelle Gelegenheiten auf regionaler Ebene im Rahmen eines Mehrebenendesigns berücksichtigt. Es wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Bildungschancen aggregierte Ergebnisse sozial divergierender Berufsvorstellungen, herkunftsabhängiger Leistungsvoraussetzungen sowie regionaler Opportunitäten beim Übergang in nachobligatorische Ausbildungen sind.

Bei der Stichprobenziehung wurden öffentliche Schulen mit 8. Klassen des Schuljahres 2011/12 berücksichtigt. Das Sample entspricht einer 10%-Zufallsstichprobe nach Gemeindetyp (9-stufig), stratifiziert nach Schultyp und Migrationspopulation der Schulen. Daten zum Entscheidungsprozess wurden mit Online-Befragungen Mitte der 8. Klasse sowie zu Beginn und gegen Ende der 9. Klasse von rund 3‘200 Jugendlichen aus ca. 200 Klassen erhoben. Die Eltern wurden zum ersten Messzeitpunkt befragt.

Die Daten ermöglichen eine Beschreibung des Entscheidungsprozesses an der ersten Schwelle und mechanismenbasierte (Mehreben-)Analysen zur Ausbildungswahl wie auch zur Stabilität von idealistischen Bildungsaspirationen. Die Ergebnisse verweisen auf Unterschiede nach Geschlecht und Schultyp hinsichtlich der Ausbildungsentscheidung. Im Entscheidungsprozess verändern sich die Ausbildungswünsche insbesondere zwischen den ersten beiden Befragungszeitpunkten. Herkunftsbedingte Disparitäten bei der Ausbildungsentscheidung können zu einem wesentlichen Anteil mit subjektiven Kosten-Nutzen-Einschätzungen der Jugendlichen erklärt werden.

31.10.2013

www.berufswahl.unibe.ch

Weiterführende Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/bildung/berufsbildungssteuerung-und--politik/berufsbildungsforschung/einzelprojekte/themenbereich-nahtstellen-i-und-ii/berufsbildungsentscheidungen-beim-uebergang-an-der-ersten-schwel.html