Bildungsentscheidungen beim Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt. Determinanten der Ausbildungswahl und der Berufsbildungschancen (DAB-IV)

Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaften

Projektleitung:
Prof. Dr. Rolf Becker, Dr. David Glauser & Sara Möser
Laufzeit: 01.11.2019 – 30.06.2024

Hintergrund: DAB-IV ist die Folgestudie der bisher im Rahmen der DAB-Panelstudie durchgeführten Erhebungen zum Übergang von der Schule in den Beruf der Schulabgangskohorte des Jahres 2013 in der Deutschschweiz. Die ausgewählten Jugendlichen werden seit ihrem achten Schuljahr begleitet und bisher in sieben Erhebungswellen über ihre aktuelle Ausbildungssituation und den vorherigen Ausbildungsverlauf sowie zu ihren Ausbildungs- und Berufswünschen befragt.

Zielsetzung und Forschungsfragen: Mit der DAB-Panelstudie wird aus der Lebensverlaufsperspektive ein theoriegeleiteter und empirischer Beitrag zur Klärung relevanter Fragestellungen im Bereich der Bildungs- und Mobilitätsforschung sowie der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung geleistet, die mit den in der Schweiz verfügbaren Längsschnittdaten bisher nicht verfolgt und analysiert werden konnten. Im Vordergrund der Längsschnittperspektive stehen die Rekonstruktion von Berufswahlen und Ausbildungsentscheidungen (einschliesslich ihrer sozialen Mechanismen) aus handlungstheoretischer Perspektive unter besonderer Berücksichtigung der Einbettung der Jugendlichen in sich wandelnde soziale Kontexte (Elternhaus, Schulklasse, Peers, Nachbarschaft, Region), der regionalen Opportunitätsstrukturen (Industriezweige, Betriebe, regionale Ausbildungsangebote) und der gesellschaftlichen Entwicklung (berufsstruktureller Wandel, Nachfrage nach Qualifikationen, institutionelle Rahmenbedingungen der Berufsausbildung, Bildungsertrag diverser Bildungsabschlüsse, wirtschaftliche Rahmenbedingungen). Im Zentrum der Weiterführung der DAB-Panelstudie (DAB-IV) stehen dabei einerseits Fragen zur Struktur des nachobligatorischen Bildungserwerbs (erfolgreiche Realisierung der Ausbildungswünsche, Diskontinuität der Berufsausbildung und Weiterqualifikation) und andererseits zum Arbeitsmarkteintritt (Zugang zu unbefristeter und ausbildungsadäquater Beschäftigung, wahrgenommene Passung und Erträge der Berufsbildung) sowie zum Erwerbsverlauf innerhalb der ersten Jahre der Erwerbstätigkeit, unter besonderer Berücksichtigung des berufsstrukturellen Wandels, den Ursachen und Folgen von psychischer und physischer Gesundheit und geschlechtsspezifischen Unterschieden.

Methodisches Vorgehen: Im Zuge der Weiterführung DAB-IV sind insgesamt vier Befragungen geplant. In zwei Hauptbefragungen werden die Zielpersonen im Frühjahr 2020 und 2023 mittels Mixed-Mode Design (Online-Fragebogen, CATI, PAPI) über ihren weiteren Ausbildungs- und Berufsverlauf befragt. Neben der detaillierten Dokumentation objektiver Informationen, ist dabei vor allem die subjektive Wahrnehmung der individuellen Situation durch die Befragten von Interesse. Ergänzend werden 2021 und 2022 Schwerpunktbefragungen zu den Themen subjektives Wohlbefinden und Geschlechterunterschiede und Karriereplanung durchgeführt.

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/bildung/berufsbildungssteuerung-und--politik/berufsbildungsforschung/einzelprojekte/themenbereich-nahtstellen-i-und-ii/dab-iv.html