Situation der Lernenden und Bewältigung von Übergängen im niederschwelligen Ausbildungsbereich (LUNA)

Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik HfH
Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB

Projektleitung:
Prof. Dr. Kurt Häfeli, Dr. Claudia Hofmann (HfH)
Dr. Barbara Duc, Dr. Nadia Lamamra (EHB)

Laufzeit: 01.07.2016 – 30.06.2019

Im Jahr 2004 wurde die zweijährige Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) eingeführt, verbunden mit der Hoffnung, dass sich dank standardisierter Ausbildungsinhalte die Arbeitsmarktfähigkeit der Absolventen und Absolventinnen und die Durchlässigkeit zu weiterführenden Ausbildungen verbessert. Für Jugendliche, die diese Hürde nicht schaffen, wurde vom Branchenverband INSOS die Praktische Ausbildung (PrA) lanciert. Zu beiden Ausbildungsgefässen liegen bereits Evaluationen vor (Kammermann, Amos, Hofmann, & Hättich, 2009; Kammermann, Hübscher, & Scharnhorst, 2009; Sempert & Kammermann, 2010; Stern, Marti, von Stokar, & Ehrler, 2010). Diese Studie befasst sich vertieft mit der Ausbildungssituation und –qualität und ihren Folgen für die berufliche Integration. Es sollen drei Schwerpunkte bearbeitet werden:

Aktuelle Passung zwischen Lernenden und Ausbildungsangebot und die Frage wie gut die Ausbildungsgefässe aktuell für die Zielgruppe passen.

Lehrvertragsauflösungen als Ausdruck mangelnder Passung: Welches sind die Gründe und Folgen von Lehrtragsauflösungen und wie können Betroffene unterstützt werden?

Berufliche Perspektiven und Übergang in den Arbeitsmarkt: Wie gut sind die Absolventinnen und Absolventen beruflich integriert und wie wird die Durchlässigkeit zu weiterführenden Ausbildungen genutzt.

Zur Vorbereitung dieser Studie wurde vom SBFI eine qualitative Vorstudie angeregt und finanziert, mit dem Ziel, im Gespräch mit Expertinnen und Experten (aus Forschung und Praxis, in Kantone und Branchenverbänden) inhaltliche und methodische Fragen sowie die Machbarkeit zu klären (z.B. Forschungsbedarf, Stichprobenplanung, Organisation der Erhebungen). Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass aus Sicht der Expertinnen und Experten nach wie vor der Bedarf besteht, die Situation in den niederschwelligen Ausbildungsgefässen EBA und PrA vertieft zu untersuchen.

Für die Hauptstudie sind zum einen eine quantitativ orientierte Längsschnittstudie mit drei Erhebungszeitpunkten vorgesehen und zum anderen eine vertiefende qualitative Studie. Das längsschnittliche Design zielt auf die Analyse von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Ausgangsbedingungen und der späteren beruflichen Integration. Beim qualitativen Ansatz stehen die Beziehungen zwischen verschiedenen Akteuren im Feld und die subjektive Bewertung der Situation im Fokus. Die Erhebungen sind in der Deutschschweiz und in der französischsprachigen Schweiz vorgesehen und werden in Kooperation zwischen dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB IFFP IUFFP, Renens) und der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich durchgeführt.

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/bildung/berufsbildungssteuerung-und--politik/berufsbildungsforschung/einzelprojekte/themenbereich-nahtstellen-i-und-ii/situation-der-lernenden-und-bewaeltigung-von-uebergaengen-im-nie.html