Berufsbildungsverantwortliche

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Aufgabe der Berufsbildungsverantwortlichen ist die Ausbildung der Lernenden an den drei Lernorten (Lehrbetriebe, überbetriebliche Kurse und Berufsfachschulen). Durch situativ angepasstes Fördern und Fordern des selbstständigen Lernens ermöglichen sie den Jugendlichen und Erwachsenen, Selbstverantwortung für ihre aktuelle und auch künftige berufliche Bildung zu übernehmen. Es gilt dabei, sowohl betriebliche, gesellschaftspolitische und volkswirtschaftliche Interessen als auch persönlichen Erwartungen und Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Unter «Berufsbildungsverantwortliche» sind folgende Berufe zusammengefasst:

  • Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in Lehrbetrieben,
  • Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in überbetrieblichen Kursen und vergleichbaren dritten Lernorten, in Lehrwerkstätten und anderen für die Bildung in beruflicher Praxis anerkannten Institutionen,
  • Lehrpersonen für die schulische Grundbildung (für die berufskundliche Bildung, den allgemeinbildenden Unterricht oder den Sportunterricht)
  • Lehrpersonen für die Fächer der Berufsmaturität,
  • Lehrpersonen an höheren Fachschulen.

Die fachlichen und berufspädagogischen Vorgaben zur Bildung sowie zur betrieblichen Erfahrung von Berufsbildungsverantwortlichen sind im Kapitel 6 (Art. 45–48 BBG) des Berufsbildungsgesetzes sowie in den Artikeln 40 bis 54 der Verordnung über die Berufsbildung definiert.

Bildungsinstitutionen

Die Bildungsgänge für Berufsbildungsverantwortliche werden vom SBFI anerkannt und beaufsichtigt. Im Dokument «Anerkannte Bildungsgänge» sind die anbietenden Bildungsinstitutionen mit eidg. Anerkennung aufgelistet. Wer sich für die Ausbildung interessiert, kann sich direkt an die Bildungsinstitutionen wenden. Jede Bildungsinstitution ist verantwortlich für die Vergabe ihrer Titel (Diplome, Zertifikate etc.).

Anerkennungsverfahren von Bildungsgängen

Das SBFI ist zuständig für die Anerkennung von Bildungsgängen für Berufsbildungsverantwortliche.

Verfahren

Dossier einreichen
Bildungsinstitutionen reichen ein Dossier gemäss den Merkblättern ein.

Das Dossier für die Anerkennung des Bildungsganges muss mindestens vier Monate vor Beginn des Bildungsganges beim SBFI eingereicht werden.

Bestätigung des SBFI
Das SBFI bestätigt den Erhalt des vollständigen Dossiers. Diese Bestätigung berechtigt die Bildungsinstitution dazu, gegenüber den Teilnehmenden des Bildungsganges den Hinweis «im Anerkennungsverfahren» zu verwenden.

Prüfungsverfahren
Das SBFI ist für die Prüfung des Bildungsganges verantwortlich. Die Prüfung wird von Expertinnen und Experten durchgeführt. Neben der Dossierprüfung werden Besuche vor Ort durchgeführt.
Das Prüfungsverfahren gliedert sich in drei Teile:

  • Prüfung der Planung, Konzeption und Vorbereitung des Bildungsgangs
  • Prüfung der Durchführung des Bildungsgangs
  • Prüfung des Qualifikationsverfahrens

Das Prüfungsverfahren ist entwicklungsoffen konzipiert. Dadurch können noch während des Anerkennungsverfahrens allfällige Mängel behoben werden.

Kommt die Expertengruppe im Einvernehmen mit der Eidgenössischen Kommission für Berufsbildungsverantwortliche zum Schluss, dass der Bildungsgang den gesetzlichen Vorgaben entspricht, stellt letztere einen Antrag zur Anerkennung ans SBFI.

Zeitlicher Rahmen
Für die Prüfung der Planung, Konzeption und Vorbereitung des Bildungsganges muss mit einer Bearbeitungszeit von etwa 3 Monaten gerechnet werden. Die Prüfung der nachfolgenden Teile passt sich den jeweiligen Bildungsangeboten an. Die Anerkennung wird frühestens nach Abschluss des geprüften Studiengangs ausgesprochen.

Entscheid
Das SBFI entscheidet über die Anerkennung aufgrund eines Antrags der Eidgenössischen Kommission für Berufsbildungsverantwortliche.
Der Entscheid wird den Gesuchstellern mitgeteilt. Das SBFI informiert auf seiner Webseite über die Anerkennung.

Spezialfall: Die vereinfachte Anerkennung für Zusatzmodule in der Berufspädagogik

Sofern eine Bildungsinstitution, deren Bildungsgänge schon vom SBFI anerkannt sind, ein berufspädagogisches Zusatzmodul anbieten will, wird dieses in einem vereinfachten Verfahren anerkannt. Dieses Verfahren beinhaltet die folgenden Elemente:

  • Organisation und Verteilung der Lernstunden
  • Lehrplan mit Bezug auf den Rahmenlehrplan (Berücksichtigung der Bildungsziele, Inhalte und Normen)
  • Qualifikation der Lehrpersonen
  • Qualifikationsverfahren

Dieser Spezialfall tritt ein, sofern Personen mit einem vorliegenden erwachsenbildnerischen Titel eine berufspädagogische Zusatzqualifikation erwerben wollen.

Weiterführende Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/bildung/berufsbildungssteuerung-und--politik/berufsbildungsverantwortliche.html