Gemeinsame Grundlagen

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Der Verpflichtung zur Zusammenarbeit und Koordination liegt ein systemisches Verständnis der Zusammenhänge im Bildungsraum zugrunde. Bund und Kantone haben im föderal geprägten Bildungsraum Schweiz ihre je eigenen Zuständigkeiten. Die Entscheidungen einer staatlichen Ebene auf einer Bildungsstufe haben jedoch Auswirkungen auf andere Bildungsstufen und damit auf den Bildungsraum als Ganzes.



Gemeinsame Ziele

Die Wahrnehmung der gemeinsamen Sorge für den Bildungsraum Schweiz setzt von Bund und Kantonen gemeinsame Vorbereitungs- und Entwicklungsarbeiten voraus. In diesem Geist verständigten sich das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) bereits im 2011 auf wenige konkrete und überprüfbare gemeinsame Ziele für das laufende Jahrzehnt. Im Jahr 2015 haben sie diese Ziele erneuert. Im Fokus stehen strategische Ziele, zu deren Erreichung die gesamtschweizerische Ebene einen Beitrag leisten kann oder deren Erreichung nur auf der gesamtschweizerischen Ebene gewährleistet werden kann. Dies ist durch koordiniertes Handeln von Bund und Kantonen (interkantonale Ebene/EDK) möglich oder durch das Handeln der einzelnen Akteure in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich – so beispielsweise für den Hochschulbereich durch die Schweizerische Hochschulkonferenz.

Gemeinsame Vereinbarung

Bund und Kantone können die Zusammenarbeit umso gezielter gestalten, je besser es ihnen gelingt, eine gemeinsame Sicht darüber zu entwickeln, wie eine hohe Qualität und Durchlässigkeit für den Bildungsraum Schweiz nachhaltig zu sichern sind. Diese Zusammenarbeit haben Bund und Kantone in einer gemeinsamen Vereinbarung konkretisiert, die am 16. Dezember 2016 von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann und vom Präsidenten der EDK, Regierungsrat Christoph Eymann, unterzeichnet worden ist.
Die Vereinbarung legt die Ziele der Zusammenarbeit fest, dient dem regelmässigen Dialog über bildungspolitische Fragestellungen und der Identifikation gemeinsamer Herausforderungen, etwa jener des demographischen Wandels. Von hoher Bedeutung ist dabei ebenfalls die Koordination der jeweiligen Ziele und Massnahmen von Bund und Kantonen. Des Weiteren dient die Zusammenarbeitsvereinbarung der fortlaufenden Beobachtung des Bildungssystems sowie der Qualitätssicherung und -entwicklung auf der Sekundarstufe II. Die erforderlichen Tätigkeiten zur Erreichung dieser Ziele werden alle vier Jahre in einem gemeinsamen Arbeitsprogramm konkretisiert.

Gemeinsam finanzierte Vorhaben

Die Wahrnehmung der gemeinsamen Sorge für den Bildungsraum Schweiz setzt von Bund und Kantonen gemeinsame Grundlagen- und Entwicklungsarbeiten voraus. Gestützt auf das Bildungszusammenarbeitsgesetz (BiZG) und die zugehörige Vereinbarung beteiligt sich das SBFI an den folgenden gemeinsamen Grundlagen und Entwicklungsarbeiten:

  • Bildungsmonitoring Schweiz
  • Kompetenzmessungen von Jugendlichen (PISA)
  • Fachagentur für ICT und Bildung (educa.ch)
  • Leistungen des Schweizerischen Zentrums für die Mittelschule (ZEM)
  • Leistungen des Instituts für externe Schulevaluation auf der Sekundarstufe II (IFES)

Daneben führen Bund und Kantone seit über 40 Jahren gemeinsam die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF).

Die Bundesbeiträge werden nur ausgerichtet, wenn sich die Kantone hälftig an der Finanzierung beteiligen. Das SBFI ist beauftragt, das entsprechende Gesetz zu vollziehen.

Das Schweizer Bildungsmonitoring und die PISA-Erhebungen sowie die damit eng verbundene Koordination im Bereich der Bildungsforschung (SKBF und bisherige CORECHED) fördern die Bereitstellung und die Aufarbeitung von Wissen. Wichtige systemische Leistungen bei der Qualitätssicherung auf der Sekundarstufe II erbringen die interkantonalen Institutionen IFES und ZEM. Die Fachagentur für ICT und Bildung, educa.ch, erbringt internetgestützte Leistungen zur Förderung der Qualität im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Weiterführende Informationen

Kontakt

SBFI, Johannes Mure

Leiter Ressort Bildungssteuerung und -forschung

T +41 58 464 64 04

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