Themenfelder und Massnahmen

Das SBFI hat – ausgehend von der econcept-Studie – weitere Analysen zur Positionierung der Höheren Fachschulen (HF) vorgenommen und diese in einem Zwischenbericht dokumentiert. Der Bericht benennt die prioritär zu bearbeitenden Themenfelder. Zwischen den Themenfeldern bestehen vielfältige Abhängigkeiten. Zurzeit diskutieren die Verbundpartner mögliche Handlungsoptionen und Massnahmen.

Darum gehts

  • Wie sind die HF im Bildungssystem verortet? Welche Schnittstellen bestehen?
  • Wie steht es um Bekanntheit und Ansehen der HF und ihrer Abschlüsse?
  • Wie kann die internationale Mobilität der HF-Absolventinnen und HF-Absolventen gefördert werden?
  • Sind die Bereiche Finanzierung, Governance und Anbieterstruktur zukunftsfähig und effizient ausgestaltet?

Verortung der HF im Bildungssystem und Schnittstellen

Die HF und die Eidgenössischen Prüfungen bilden zusammen die Höhere Berufsbildung. Diese ist gemeinsam mit den Hochschulen auf der Tertiärstufe des Bildungssystems angesiedelt. HF-Abschlüsse zeichnen sich durch eine überdurchschnittlich hohe Bildungsrendite und Akzeptanz auf dem Arbeitsmarkt aus. Fast 90 Prozent der HF-Absolventinnen und HF-Absolventen würden deshalb dieselbe Ausbildung nochmals wählen.

Als Folge der zunehmenden Dienstleistungsorientierung der Wirtschaft und der Internationalisierung des Arbeitsmarkts sehen sich die HF jedoch mit diversen Herausforderungen konfrontiert. So stehen sie beispielsweise in Konkurrenz zu anderen Bildungsangeboten und müssen sich mit attraktiven Bildungsgängen auf dem Markt behaupten.

Um die Verortung der HF im Bildungssystem zu verbessern und die Schnittstellen zu anderen Bildungsangeboten im In- und Ausland zu optimieren, diskutieren die Verbundpartner Massnahmen. Einige wurden von den Akteuren in der econcept-Studie vorgeschlagen.

  • Bildungsgefässe innerhalb der Höheren Berufsbildung optimal abstimmen.
  • Verhältnis zum Hochschulsystem klären (Bachelor FH, CAS / DAS / MAS).
  • ECTS an den HF einführen.
  • Anschluss ans Hochschulsystem via Short Cycle-Programme ermöglichen.
  • Anrechnung von HF-Abschlüssen beim Übertritt an eine Fachhochschule vereinfachen.
  • Engere Zusammenarbeit mit den Fachhochschulen fördern.

Bekanntheit und Ansehen der HF und ihrer Abschlüsse

Die HF-Akteure sehen bei der nationalen Positionierung den drängendsten Handlungsbedarf. Die HF seien in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt und würden zu wenig Ansehen geniessen – insbesondere im Vergleich zu den Fachhochschulen. Dieser Wahrnehmung steht gegenüber, dass die Arbeitsmarktintegration, die Bildungsrendite und die Zufriedenheit der HF-Absolventinnen und HF-Absolventen überdurchschnittlich hoch sind.

Um die Bekanntheit und das Ansehen der HF-Institutionen wie auch der HF-Abschlüsse zu erhöhen, diskutieren die Verbundpartner folgende Massnahmen:

  • Bezeichnungsschutz «Höhere Fachschule»
  • Institutionelle Akkreditierung bzw. Anerkennung der HF durch Bund oder Kantone
  • Einführung eines Eidgenössischen Diploms für HF-Bildungsgänge mit Schweizerwappen (analog Eidgenössische Prüfungen)
  • Entwicklung eines übergreifenden HF-Brands
  • Sensibilisierungs- und Kommunikationsmassnahmen

Mobilität im nationalen und internationalen Kontext

HF-Abschlüsse geniessen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hohe Akzeptanz. Beim Zugang zum ausländischen Arbeitsmarkt sowie zu Bildungsangeboten im Ausland äussern HF-Akteure Probleme mit Blick auf die Bekanntheit und Anerkennung der HF-Abschlüsse.

Zur Förderung der internationalen Mobilität gibt es den Nationalen Qualifikationsrahmen Berufsbildung (NQR). Dort werden alle formalen Berufsbildungsabschlüsse eingestuft – auch jene der HF. Die Anerkennung schweizerischer Diplome im Ausland ist jedoch Sache des Aufnahmestaats und der jeweiligen Bildungsinstitutionen. Die Einflussmöglichkeit der Schweiz auf die Entscheide ist gering.

Im Rahmen des Projekts «Positionierung Höhere Fachschulen» wird geprüft, welche Hindernisse in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Bildungsangeboten im In- und Ausland bestehen und welche Massnahmen die internationale Positionierung und Anschlussfähigkeit der HF-Abschlüsse verbessern könnten.

Strukturelle Merkmale

Im Rahmen des Projekts «Positionierung Höhere Fachschulen» werden die strukturellen Rahmenbedingungen der HF (Finanzierung, Governance, Anbieterstruktur, Nachfrage) hinsichtlich Effizienz und Zukunftsfähigkeit geprüft.

Die heutige Finanzierung wird von den HF-Akteuren als unzureichend und intransparent wahrgenommen. Bei der Governance kritisieren sie insbesondere die komplexe Steuerungslogik. Schliesslich ist unklar, wie sich die ausgesprochen heterogene Anbieterstruktur auf die Positionierung der HF auswirkt.

Die strukturellen Rahmenbedingungen werden derzeit in einer vom SBFI in Auftrag gegebenen Studie untersucht. Der erste Teilbericht zu Anbieterstruktur und Nachfrage wurde im Sommer 2021 publiziert. Der Teilbericht zu Finanzierung und Governance folgt Mitte Jahr.

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/bildung/hbb/hoehere-fachschulen/positionierung-hf/themenfelder-massnahmen.html