Strategieprojekt höhere Berufsbildung

Das SBFI misst der höheren Berufsbildung einen hohen Stellenwert bei. Um die ganzheitliche Bearbeitung der Fragestellungen zur Weiterentwicklung und Stärkung der höheren Berufsbildung zu gewährleisten, hat das SBFI 2013 ein strategisches Projekt lanciert, in welchem Lösungsansätze gemeinsam mit den Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt diskutiert werden. Etappenweise werden bis Ende 2017 Resultate in den Bereichen Finanzierung, Positionierung und Anerkennung der höheren Berufsbildung erwartet.

Die Schweiz verfügt mit der höheren Berufsbildung über ein bewährtes und in der Praxis geschätztes Angebot zur Weiterqualifizierung von Berufsleuten auf Tertiärstufe. Die Ausbildungen beruhen auf einer engen Verknüpfung von Theorie und Praxis, stellen den Bedarf an ausgewiesenen Fach- und Führungskräften für die Wirtschaft sicher und sind für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz von Bedeutung. Jährlich werden über 25'000 eidgenössische Diplome und Fachausweise vergeben.

Herausforderungen

Verschiedene Entwicklungen in der Berufsbildung und in der ganzen Bildungslandschaft stellen die höhere Berufsbildung zunehmend vor Herausforderungen:

  • Die Mobilität der Arbeitskräfte und eng damit verbunden die Internationalisierung der Bildungsabschlüsse.
  • Die Neuorganisation der Hochschulen im Rahmen des Bologna-Systems sowie die Gründung und die Entwicklung der Fachhochschulen verlangen nach einer klaren Positionierung der höheren Berufsbildung auf Tertiärstufe. Die Hochschulen führten zudem Weiterbildungstitel ein (Master, Certificates und Diplomas of Advanced Studies, MAS, CAS und DAS), die prestigemässig und bezüglich der Kosten teilweise in Konkurrenz zu den Abschlüssen der höheren Berufsbildung traten. 
  • Die Titel der höheren Berufsbildung erfahren nicht überall die gleiche gesellschaftliche Wertschätzung wie die akademischen Abschlüsse.
  • Unterschiedliche Finanzierungssysteme - nicht nur zwischen der höheren Berufsbildung und der Hochschulbildung, sondern auch innerhalb der Berufsbildung und unter den Kantonen - erfordern in finanzieller Hinsicht Klärung.

Bisherige Massnahmen

Um die höhere Berufsbildung zu stärken und ihre Anerkennung national und international zu optimieren, wurden verschiedene Massnahmen ergriffen:

  • Auf 2013 sind die Bundesbeiträge an die Durchführung der eidgenössischen Prüfungen von 25 Prozent auf 60 bis 80 Prozent erhöht worden.
  • Der Bund unterstützt Trägerschaften bei der Neu- und Weiterentwicklung von eidgenössischen Prüfungen sowie Bildungsgängen höherer Fachschulen.

Weitere Schritte im Rahmen des Strategieprojekts

Im Rahmen des Strategieprojektes werden die Fragen der Finanzierung sowie der besseren Positionierung der höheren Berufsbildung im Bildungssystem, auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft weiterverfolgt und die Suche nach Lösungen intensiviert. Eine angemessene Subventionierung der vorbereitenden Kurse auf eidgenössische Berufs- und höhere Fachprüfungen, die Frage international verständlicher englischer Titel für Abschlüsse der höheren Berufsbildung sowie die Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit der höheren Berufsbildung zu anderen Bildungswegen stellen dabei zentrale Herausforderungen dar.

Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt haben die eingeschlagenen Stossrichtungen mit folgenden Massnahmen konkretisiert:

Finanzierung vorbereitende Kurse auf eidgenössische Prüfungen
Der Bundesrat hat die entsprechende Änderung des Berufsbildungsgesetzes dem Parlament mit der Verabschiedung der BFI-Botschaft 2017-2020 am 24. Februar 2016 unterbreitet. Das Parlament hat die Gesetzesanpassung im Rahmen der BFI-Botschaft 2017-2020 im Dezember 2016 angenommen. Die Vollzugsmodalitäten der geplanten Finanzierung werden in der Verordnung über die Berufsbildung festgeschrieben. Die Vernehmlassung zur entsprechenden Änderung der Berufsbildungsverordnung dauerte vom 22. Februar bis 30. Mai 2017. Im Herbst 2017 entscheidet der Bundesrat abschliessend über das Vorhaben. Die Einführung der neuen Finanzierung ist für den 1. Januar 2018 vorgesehen.

Weitere Informationen

Nationaler Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung (NQR Berufsbildung)
Der Bundesrat hat die Verordnung am 27. August 2014 verabschiedet. Die Inkraftsetzung erfolgte auf den 1. Oktober 2014. Der NQR Berufsbildung und die dazugehörigen Diplomzusätze bzw. Zeugniserläuterungen sollen die internationale Vergleichbarkeit insbesondere von Abschlüssen der höheren Berufsbildung verbessern.

Weitere Informationen

Englische Titelbezeichnungen für Abschlüsse der Berufsbildung
Auf der Grundlage eines breit abgestützten Prozesses hat das SBFI neue englischen Titelbezeichnungen für die Abschlüsse der Berufsbildung im November 2015 verabschiedet. Die englischen Titelbezeichnungen werden im Rahmen der Umsetzung des NQR Berufsbildung und der dazugehörigen Zeugniserläuterungen und Diplomzusätze eingeführt.

Weitere Informationen

Durchlässigkeit zwischen der höheren Berufsbildung und den Fachhochschulen
Das SBFI zielt darauf ab, den Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern der höheren Berufsbildung und der Fachhochschulen hinsichtlich der Schnittstellen zwischen den beiden tertiären Bildungsbereichen zu stärken. Primär soll die Durchlässigkeit, insbesondere in Bereichen mit parallelen Angeboten zwischen höheren Fachschulen und Fachhochschulen (u.a. Soziales, Gesundheit, Wirtschaft) gefördert werden. Der Entscheid über die Zulassung von Absolvierenden der höheren Berufsbildung zu einem Fachhochschulstudium liegt dabei in der Kompetenz der einzelnen Fachhochschule. Die Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen swissuniversities hat Empfehlungen für die Zulassung von Absolvierenden der höheren Berufsbildung zu einem Bachelorstudium sowie die Anrechnung von Praxis- und Bildungsleistungen verabschiedet.

Swissuniversities/Kammer Fachhochschulen: Zulassung zum Bachelorstudium an Fachhochschulen. Best Practice

Marketing der höheren Berufsbildung
Die Sichtbarkeit und die Wertschätzung der höheren Berufsbildung soll verbessert werden. In der aktuellen Kampagne BERUFSBILDUNGPLUS.CH - der Dachkampagne der Schweizer Berufsbildung - bildet die höhere Berufsbildung ein Schwerpunktthema. Zudem prüft das SBFI derzeit anhand einer Auslegeordnung von bestehenden Aktivitäten von Akteuren (Kantone, Branchenverbände, Unternehmen) den Bedarf an zusätzlichen Marketingmassnahmen zugunsten der höheren Berufsbildung.

Informationen zur höheren Berufsbildung

Das SBFI informiert interessierte Kreise per E-Mail über aktuelle Entwicklungen rund um die höhere Berufsbildung und über den Stand des Strategieprojektes. Zudem wird die SBFI-Website laufend aktualisiert.

Anmeldung: Neues aus der Berufsbildung

Weiterführende Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/bildung/hbb/strategieprojekt-hbb.html