Berufsbildungskooperation Schweiz-Indien

Akteure aus der Schweiz und Indien kooperieren seit mehreren Jahren in der Berufsbildung. Die Unterzeichnung einer gegenseitigen Absichtserklärung 2016 gibt der im Jahr 2008 gestarteten Zusammenarbeit einen neuen Rahmen.

Strategie und Ziele der Berufsbildungskooperation Schweiz-Indien

Die bilaterale Berufsbildungszusammenarbeit Schweiz-Indien unterstützt Akteure aus beiden Ländern (z.B. Schweizer Unternehmen an indischen Produktionsstandorten) bei der Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen für eine arbeitsmarktorientierte duale Berufsbildung. Insbesondere soll der Einbezug der Privatwirtschaft in die Berufsbildung, die Ausbildung von Berufsbildungsverantwortlichen, die Aktualisierung und Anpassung bestehender dualer berufsbildender Angebote sowie die Sichtbarkeit von (Schweizer) Berufsbildungsakteuren in Indien gestärkt werden.

Kooperationsprojekt zum Transfer von Berufsbildungsexpertise nach Indien

Im Jahr 2008 wurde anlässlich der 60igsten Jahrestages der Freundschaft zwischen den beiden Ländern ein Pilotprojekt zum Transfer von Elementen der Schweizer Berufsbildung nach Indien lanciert. Im Vordergrund der sogenannten Swiss VET Initiative India (SVETII) standen zwei Ziele: die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Betrieben in Indien zu stärken und angehenden indischen Fachkräften eine duale Berufsausbildung mit hohem Arbeitsmarktbezug zu ermöglichen.

2014 wurde das Pilotprojekt evaluiert. Handlungsbedarf zeigte sich bei der Förderung der Nachhaltigkeit der Initiative. Seither fokussieren Folgeaktivitäten einerseits auf Qualitätssicherung. Das SBFI unterstützt seit Sommer 2015 das auf zwei Jahre ausgelegte Folgeprojekt der SVETII, das «Quality Assurance Projekt». Dieses soll die Qualität, die Nachhaltigkeit und die Ausweitung der SVETII fördern, indem Curricula für Berufsbildungsverantwortliche ausgearbeitet und erprobt werden. Die entsprechenden Lehrberufe wurden bereits während der Pilotphase der SVETII entwickelt. Andererseits erfolgt die Konsolidierung der Beziehungen auf offizieller Ebene.

Absichtserklärung in der Berufsbildung zwischen der Schweiz und Indien

Anlässlich des zweiten Internationalen Berufsbildungskongresses 2016 in Winterthur, unterzeichneten der indische Minister Rajiv Pratap Rudy, zuständig für Skill Development und Entrepreneurship, und Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio ein Memorandum of Understanding on Cooperation in the fields of Skill Development as well as Vocational and Professional Education and Training. In den kommenden drei Jahren soll eine engere Kooperation der beiden Staaten im Berufsbildungsbereich etabliert und mit konkreten Projekten gefördert werden. Des Weiteren definiert eine gemeinsame Arbeitsgruppe die Inhalte der Kooperation und leitet die Umsetzung in die Wege.

Möglichkeiten zur Projektförderung durch das SBFI

Die Berufsbildungszusammenarbeit mit Indien zeigt, dass ein Pilotprojekt, das durch den Privatsektor lanciert wird, zu einer besseren internationalen Verankerung der dualen Berufsbildung auf struktureller Ebene beiträgt. Zudem wird das Image der Schweizer Berufsbildung positiv geprägt. Vor diesem Hintergrund kann das SBFI in Indien Projekte subsidiär fördern, die eine starke Public-Private-Partnership-Komponente aufweisen und vor Ort einen Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die duale Berufsbildung leisten.

Weiterführende Informationen

Kontakt

SBFI, Beatrice Ferrari

Wissenschaftliche Beraterin
Abteilung
Internationale Beziehungen

T +41 58 462 48 58

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