Digitalisierung

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Aktionsplan im Bereich Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2019-2020

Damit die Schweiz weiterhin eines der führenden Länder in der Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien bleibt, ist es wichtig, dass die Kompetenzen in Bildung und Forschung gestärkt werden. Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat die Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz untersucht und den „Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019 und 2020“ erarbeitet. In acht Aktionsfeldern sind konkrete Massnahmen geplant.



Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich: Grundlagen
Im April 2016 hat der Bundesrat seine Strategie „Digitale Schweiz“ und darauf basierend im Januar 2017 den Bericht „Rahmenbedingungen der digitalen Wirtschaft“ verabschiedet. Gestützt auf die darin skizzierte Auslegeordnung hat der Bundesrat das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) damit beauftragt, die Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz vertieft zu untersuchen. Dieser vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erarbeitete Bericht ist die Grundlage des „Aktionsplans Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019-2020“.

Digitalisierung: Herausforderungen für Bildung, Forschung und Innovation
Der Bericht des SBFI „Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz“ vom Juli 2017 zeigt auf, dass sich die Schweiz grundsätzlich in einer guten Position befindet:

  • Das differenzierte, komplementäre und durchlässige Schweizer Bildungssystem ist eine wichtige Basis für die Bewältigung der Anforderungen der Digitalisierung und bietet gute Voraussetzungen, um die sich wandelnden Anforderungen des Arbeitsmarkts erfüllen zu können.
  • Die Akteure der Bereiche Bildung und Forschung haben bereits auf die gestiegene Bedeutung der Digitalisierung reagiert.
  • Die Digitalisierung stellt den Bildungs- und Forschungsbereich weiterhin vor grosse, neue Herausforderungen.

Acht Aktionsfelder
Gestützt auf den Bericht des SBFI „Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz“ sind im „Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019-2020“ acht Aktionsfelder mit entsprechenden Massnahmen in (Mit-)Verantwortung des Bundes definiert worden.

Aktionsfelder im Bereich Bildung

Um sicherzustellen, dass sich das Bildungssystem der Schweiz der digitalen Entwicklung auf angemessene Weise anpasst, muss auf der Ebene der Individuen, der Bildungseinrichtungen und des Bildungssystems gehandelt werden.

Aktionsfeld 1: Verbesserung der digitalen Kompetenzen
Das Bildungssystem muss es den Kindern und Jugendlichen von der obligatorischen Schule bis zur Sekundarstufe II ermöglichen, sich die erforderlichen digitalen Kompetenzen anzueignen, um sich in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft und Arbeitswelt behaupten zu können. Der Bund unterstützt deshalb beispielsweise eine deutliche Stärkung der Informatik an den Gymnasien.

Aktionsfeld 2: Nutzung der IKT beim Lehren und Lernen
Die Digitalisierung verändert den Kontext von Lehren und Lernen von Grund auf. Um vermehrt von den Vorteilen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) profitieren zu können, müssen gute Rahmenbedingungen an den verschiedenen Lernorten gewährleistet sein. Diesbezüglich sind etwa unterschiedliche Angebote zur Stärkung der digitalen Kompetenzen und der Wissensvermittlung der Lehrpersonen und der Schulleitungen auf der Sekundarstufe II vorgesehen.

Aktionsfeld 3: Rasche Anpassung des Bildungssystems an die Anforderungen des Marktes
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz zu gewährleisten, muss das Bildungssystem rasch auf die Entwicklung der vom Markt geforderten Kompetenzen reagieren. Der Aktionsplan sieht diesbezüglich zum Beispiel eine verstärkte Förderung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und der Weiterbildung vor. Ausserdem sollen die Bildungsgänge sowie die Ausbildungsinhalte der Berufsbildung schneller angepasst und ein Kontingent an Spezialisten für Cyber-Defence zugunsten der Betreiber kritischer Infrastrukturen und der Armee geschaffen werden.

Aktionsfeld 4: Koordination und Kommunikation in der Bildungszusammenarbeit
Auf allen Bildungsstufen und in allen Bildungsgängen führt die Digitalisierung zu Veränderungen, wenn auch auf unterschiedliche Arten und in vielerlei Ausprägungen. Die Strategien und Massnahmen, die auf einer Stufe getroffen werden, haben dabei Auswirkungen auf andere Stufen und damit auf das Bildungssystem als Ganzes. Umso wichtiger ist die stufenübergreifende, auf das Gesamtsystem ausgerichtete Koordination der Strategien und Massnahmen im Bildungsbereich, weshalb die systemische Koordination und die Kommunikation im Rahmen der Bildungszusammenarbeit verstärkt werden.

Aktionsfelder in den Bereichen Hochschulen, Forschung und Innovation

Die mit der Digitalisierung verbundenen Veränderungen stellen auch die Hochschulen, die Forschung und das Innovationssystem vor Herausforderungen.

Aktionsfeld 5: Stärkung der Nachwuchsqualifikation („Digital Skills“)
Die fortschreitende Digitalisierung stellt die Hochschulen vor grosse Herausforderungen hinsichtlich wissenschaftlicher Informationsinfrastrukturen, der ständigen Weiterentwicklung von Lehr- und Lernformen und Lehrinhalten sowie der Vermittlung entsprechender Anwendungskompetenzen mit digitalen Technologien („Digital Skills“) in allen Fachbereichen.

Aktionsfeld 6: Sicherung der interdisziplinären Forschung zu den Konsequenzen des digitalen Wandels für Wirtschaft und Gesellschaft in der Schweiz
Die Digitalisierung bringt nicht nur neue Technologien und neue Anwendungen mit sich, sie berührt und verändert auch viele weitere Aspekte unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Diese Verbindungen sind hochkomplex und in ihren Zusammenhängen noch keineswegs verstanden. Der Forschung zu gesellschaftlichen, rechtlichen und politischen Fragen der Digitalisierung kommt deswegen eine zentrale Bedeutung zu. Derzeit wird diesbezüglich die Lancierung einer interdisziplinär ausgerichteten Serie Nationaler Forschungsprogramme (NFP) zum Thema „Digitaler Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft“ geprüft.

Aktionsfeld 7: Stärkung von Kompetenzen in der Grundlagenforschung
Der Wissensgenerierung und damit der Grundlagenforschung in den Bereichen Informatik / Computing Science kommt eine zentrale Bedeutung zu. Der Kompetenzaufbau muss hierbei vor allem die transversale Funktion der Digitalisierung aufgreifen und als Grundlagenforschung über Fachgrenzen hinweg das Generieren von Wissen für neue Anwendungen ausbauen und sicherstellen. Im ETH-Bereich ist deshalb beispielsweise ein zeitlich gestaffelter Kompetenzaufbau mittels zusätzlicher Professuren in den Disziplinen „Informatik / Computing Science“ vorgesehen.

Aktionsfeld 8: Innovationsförderung: Beschleunigung des Wissenstransfers
Besondere Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung in der Industrie („Industrie 4.0“) bestehen für viele Industrieunternehmen und insbesondere für KMU im Bereich fortschrittlicher, stärker digitalisierter Fertigungstechnologien. Die Entwicklung solcher Fertigungstechnologien („Advanced Manufacturing“) erfordert nicht nur eine intensive trans- und interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Spezialisten verschiedener Disziplinen, sondern auch eine direkte Zusammenarbeit mit der Industrie. Um die Transformation der Industrie im Hinblick auf die Industrie 4.0 zu unterstützen, sind die Lancierung eines Impulsprogramms „Fertigungstechnologien“ der Innosuisse sowie der Aufbau eines nationalen Verbunds von Technologietransferzentren für Fertigungstechnologien vorgesehen.

Weiterführende Informationen

Kontakt

SBFI, Johannes Mure

Leiter Ressort
Bildungssteuerung und -forschung
T +41 58 464 64 04

SBFI, Christian Busch

Wissenschaftlicher Berater
Ressort Innovation
T +41 58 466 79 33

SBFI, Raphael Karpf

Wissenschaftlicher Berater
Abteilung Hochschulen
T +41 58 462 29 78

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