Editorial

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

Hat die Schweiz das Potenzial, ein digitaler Wissenshub zu werden? Wesentliche Voraussetzungen dafür sind gegeben.

Wir verfügen erstens über ein wettbewerbsfähiges Bildungssystem, dessen eine grosse Stärke die Anpassungsfähigkeit an neue Bedürfnisse und Umstände ist.
Sodann gibt die Schweiz gemäss OECD-Ländervergleich weltweit pro Kopf am drittmeisten für Forschung und Entwicklung aus.
Drittens haben wir eine Vielzahl innovativer Unternehmen. Darunter finden sich nicht nur die Grossen und die Global Players, sondern auch kreative KMU. Von der Strahlkraft des Wirtschaftsstandortes Schweiz profitieren nicht nur bestehende Unternehmen, sondern auch Start-ups finden gute Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten vor.

Auch der Bund hat Massnahmen lanciert, um Bildung, Forschung und Innovation angesichts des digitalen Wandels zu stärken. Der «Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019 und 2020» enthält ein vielfältiges und abgestimmtes Bündel an Massnahmen. Einen hohen Stellenwert hat die Aus- und Weiterbildung. Nicht nur die digitalen Kompetenzen der Lernenden gilt es zu entwickeln, sondern ebenso diejenigen der Lehrpersonen. Die Federführung haben hier die Kantone. Sie haben u.a. bereits ein Informatikobligatorium an den Gymnasien beschlossen.
In zahlreichen Reformprojekten wird die Digitalisierung in den Berufsbildern stärker gewichtet. Eine dringliche Massnahme ist hierbei die Weiterbildung und die Förderung von Grundkompetenzen am Arbeitsplatz. Ziel ist es, dass möglichst viele fit sind für den digitalen Wandel. In diesem Zusammenhang sind auch die Unternehmen gefordert: Mitarbeitende informieren, sensibilisieren und gezielt weiterbilden, ist eine zentrale Aufgabe.

Die ETH, die kantonalen Universitäten und die Fachhochschulen wiederum gehen die Digitalisierung im Rahmen ihrer hohen Autonomie an. Beispiel dafür ist das gestartete Nationale Forschungsprogramm «Digitale Transformation». Auch bei den Nationalen Forschungsschwerpunkten (NFS) ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema. Die NFS «Robotik» und «Digitale Fabrikation» sind auf Kurs. Diesen Herbst sollen weitere NFS mit Blick auf die Grundlagenforschung und ihr Anwendungspotenzial im Bereich der Digitalisierung dazukommen. In der Innovationsförderung ist das Impulsprogramm «Fertigungstechnologien» von Innosuisse erfolgreich gestartet. Zudem wird zurzeit im Auftrag des WBF ein nationaler Verbund von Technologietransferzentren für Fertigungstechnologien aufgebaut.
Last but not least war am BFI-Spitzentreffen zur Vorbereitung der Förderbotschaft 2021-2024 unbestritten, dass die digitale Transformation einen bereichsübergreifenden Schwerpunkt bilden soll.

Wir sehen: Um die Chancen der Digitalisierung zu packen und deren Herausforderungen zu bewältigen, ist schweizweit vieles im Gange. Nebst der Bereitstellung von finanziellen Mitteln geht es aber vor allem auch darum, Kräfte zu bündeln, Synergien zu nutzen und fruchtbare Partnerschaften einzugehen. Die Digitalisierung ist eine Entwicklung, die interdisziplinär und international stattfindet. Beschreiten wir also gemeinsam den Weg zum digitalen Hub.

Martina Hirayama
Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation

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