Indikatoren für das Monitoring des Weiterbildungsgesetzes

Einzelne Zielgruppen besonders im Fokus

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Das 2017 in Kraft gesetzte Weiterbildungsgesetz sieht ein Monitoring über die Weiterbildungsbeteiligung und den Weiterbildungsmarkt vor. Damit soll über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, ob eine Entwicklung – insbesondere bei Gruppen, bei denen Dysfunktionen in der Weiterbildungsbeteiligung vermutet werden – den gewünschten Verlauf nimmt. Anlässlich der Fachtagung «Dialog Weiterbildung 2019» hat das SBFI einen ersten Vorschlag für ein solches Monitoring zur Diskussion gestellt.

Das Bundesamt für Statistik erhebt Daten zur Weiterbildungsbeteiligung in der Schweiz im Rahmen von verschiedenen Erhebungen:

  • Der alle fünf Jahre durchgeführte «Mikrozensus Aus- und Weiterbildung» (MZB) liefert Informationen zum Bildungsverhalten der Bevölkerung der Schweiz. Berücksichtigt werden sowohl Ausbildungen, die zu anerkannten Abschlüssen führen, als auch Weiterbildungen oder verschiedene individuelle Lernformen. Auf europäischer Ebene entspricht der MZB dem «Adult Education Survey».
  • «Aus- und Weiterbildung im Unternehmen SBW» ist eine Erhebung bei den schweizerischen Unternehmen. Ziel ist es, Informationen zur Aus- und Weiterbildungsteilnahme sowie zu Politik und Ausgaben zu sammeln. Die Erhebung basiert teilweise auf der europäischen Erhebung «Continuing Vocational Training Survey».
  • Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) ist eine Personenbefragung, die seit 1991 jedes Jahr durchgeführt wird. Die Erhebung beinhaltet unter anderem auch Angaben zu Aus- und Weiterbildung. Auf Grund der strikten Anwendung internationaler Definitionen in der SAKE lassen sich die schweizerischen Daten mit jenen der übrigen Länder der OECD sowie den Staaten der Europäischen Union vergleichen. Seit 2010 erfolgt die SAKE vierteljährlich. International werden die SAKE-Daten unter dem Titel «Labour Force Survey» veröffentlicht.
  • Weitere Erhebungen wie zum Beispiel Omnibus-Erhebungen beleuchten Teilaspekte der Weiterbildungsbeteiligung.

Aufgrund der Erhebungsfrequenz und der Datenverfügbarkeit eignen sich SAKE-Daten zur Weiterbildung am besten für die Definition von Indikatoren zur Beobachtung der Zielgruppen.

Mögliche Zielgruppen eruiert
Bei der Erarbeitung des Weiterbildungsgesetzes und in der parlamentarischen Diskussion wurde davon ausgegangen, dass der Weiterbildungsmarkt in der Schweiz grundsätzlich gut funktioniert. Handlungsbedarf wurde lediglich im Bereich Weiterbildungsbeteiligung von Geringqualifizierten geortet.

Um Indikatoren für das Monitoring des Weiterbildungsgesetzes  zu entwickeln, hat das SBFI zusammen mit den interessierten Kreisen 2018 an der Fachveranstaltung «Dialog Weiterbildung» eine Reihe von möglichen Zielgruppen identifiziert. Bei der Auswahl der Zielgruppen lag der Fokus vor allem auf vermuteten Dysfunktionen. Nebst den Geringqualifizierten werden als Zielgruppen auch Seniorinnen und Senioren sowie ältere Arbeitnehmende, sogenannt Nicht-Teilnehmende an Weiterbildungsaktivitäten und Personen mit Migrationshintergrund näher untersucht.

Erster Entwurf zur Diskussion gestellt
Das nun an der Fachtagung 2019 präsentierte Instrument bietet einerseits eine generelle Übersicht über die Beteiligung der Weiterbildung in der Schweiz. Verschiedene Indikatoren und entsprechende Kontextfaktoren zeigen die jeweiligen Entwicklungen auf und vergleichen diese mit dem angestrebten Ziel. Es finden sich beispielsweise Informationen zur Weiterbildungsteilnahme nach Alter, Geschlecht oder Arbeitsmarktstatus sowie Aussagen zur aufgewendeten Zeit für Weiterbildung, zu Teilnahmehindernissen oder zum Anteil der Personen, die sich nicht an Weiterbildung beteiligen. Andererseits finden sich auch Indikatoren-Sets zu den 2018 eruierten Zielgruppen wie beispielsweise Geringqualifizierte. Auch hier erfolgt, wie bei der generellen Übersicht, eine Aufschlüsselung nach verschiedenen Themen.

Der vom SBFI präsentierte Entwurf wurde an der Fachveranstaltung im April 2019 grundsätzlich begrüsst. In einem Workshop diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter der Sozialpartner, Organisationen der Weiterbildung, Verbände, des Bundes und der Kantone über Verbesserungen. Neben der Aufnahme von weiteren Kontextinformationen wie etwa die regionale Verteilung wurde auch die Aufnahme eines Indikators zur Teilnahme nach Geschlecht sowie eine Aufsplittung des Indikators «Ältere Arbeitnehmende und Senioren» angeregt. Ausserdem wurde darauf verwiesen, dass ein Monitoring nicht nur die Nachfrageseite beleuchten, sondern auch Elemente der Angebotsseite sowie der Unternehmensseite beleuchten sollte. Das SBFI wird nun diese Diskussionsergebnisse aufarbeiten und das Instrument entsprechend weiterentwickeln.

Weiterbildungsbeteiligung in der Schweiz

Gemäss dem Mikrozensus Aus- und Weiterbildung des Bundesamts für Statistik präsentiert sich die Weiterbildungsbeteiligung in der Schweiz generell wie folgt:

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Kontakt

Theres Kuratli, SBFI

Stv. Leiterin Ressort Weiterbildung und Projektförderung
T +41 58 464 20 86

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