Positive Bilanz

Eidgenössisches Berufsattest erfolgreich eingeführt

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Der Gesetzgeber hat mit den EBA-Grundbildungen ein Angebot geschaffen, das Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt qualifiziert.
Bild: Iris Krebs

Seit der gesetzlichen Einführung der zweijährigen beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest EBA im Jahre 2004 sind 56 EBA-Grundbildungen geschaffen worden. Dies zeigt der Bericht «Einführung des Eidgenössischen Berufsattests – eine Bilanz», den der Bundesrat im März 2019 verabschiedet hat. Sowohl die EBA-Lernenden wie auch die Ausbildungsverantwortlichen (Ausbildungsbetriebe, Berufsfachschulen und überbetriebliche Kurse) sind gemäss verschiedenen Evaluationen mit den EBA-Angeboten zufrieden.

Der Bericht wurde in Erfüllung eines Postulates von Alt-Nationalrat Jean Christophe Schwaab (Kanton Waadt) erstellt. Er stützt sich unter anderem auf drei Evaluationen ab, die das SBFI in Auftrag gegeben hatte.

Unterschiedlichste Aspekte untersucht
Die erste Evaluation erfolgte rund fünf Jahre nach der Einführung der EBA-Grundbildungen. Im Fokus standen dabei der Übertritt von der obligatorischen Schule in eine EBA-Grundbildung sowie die Ausbildung an den drei Lernorten (Betrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurszentren). Die zweite Evaluation aus dem Jahr 2016 fokussierte darauf, ob die Arbeitsmarktfähigkeit von EBA-Absolventinnen und -Absolventen gegeben ist. Auch wurde untersucht, ob die Absolventinnen und Absolventen über Weiterbildungsperspektiven verfügen. Eine dritte Evaluation aus dem Jahr 2018 ermöglichte vertiefte Einblicke in die fachkundige individuelle Begleitung in zweijährigen beruflichen Grundbildungen. Es handelt sich dabei um ein spezifisches Unterstützungsangebot für EBA-Lernende.

Etabliertes Bildungsangebot
Alle drei Evaluationen zeigen den Erfolg der zweijährigen EBA-Grundbildung auf. Die Bilanz ist positiv sowohl im Hinblick auf die Integration in den Arbeitsmarkt wie auch auf die Durchlässigkeit zu weiterführenden Ausbildungen. Zu erwähnen ist auch die Zufriedenheit der verschiedenen Beteiligten.

Die zehn meistgewählten EBA-Grundbildungen 2017

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Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Die EBA-Grundbildungen haben sich im Schweizer Bildungssystem etabliert. Die Entwicklung der Lehrabschlüsse zwischen 2005 und 2017 zeigt, dass die EBA-Grundbildung die frühere Anlehre schrittweise ersetzt hat (siehe Grafik Seite 16). Gleichzeitig blieb die Zahl der Lehrabgängerinnen und -abgänger mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (drei- und vierjährige berufliche Grundbildungen) konstant.
  • Seit der gesetzlichen Einführung der EBA-Grundbildungen im Jahre 2004 sind 56 EBA-Grundbildungen geschaffen worden. Sowohl die EBA-Lernenden wie auch die Ausbildungsverantwortlichen sind mit den EBA-Angeboten zufrieden.
  • Den EBA-Absolventinnen und -Absolventen gelingt in den meisten Fällen ein erfolgreicher Einstieg in den Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktfähigkeit und Ausbildungserfolgsquoten der EBA-Absolvierenden haben sich seit der Einführung entwickelt und stabilisiert. Eine überwiegende Mehrheit der Inhaberinnen und Inhaber eines EBA findet innerhalb von zwölf Monaten nach Abschluss der Ausbildung eine Stelle.
  • Die Indikatoren zur Durchlässigkeit zeigen, dass der Anschluss des EBA an andere Abschlüsse in der Berufsbildung wie beispielsweise die drei- und vierjährigen Grundbildungen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis gewährleistet ist.
  • Die für das EBA verfügbaren kantonal umgesetzten Unterstützungsmassnahmen haben sich etabliert und werden genutzt.
  • In Bezug auf den Lernerfolg und das Verhindern von Lehrabbrüchen erweist sich die fachkundige individuelle Begleitung als passende Massnahme.

Auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet
Insgesamt zeigt sich, dass der Gesetzgeber mit den EBA-Grundbildungen ein Angebot geschaffen hat, das Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Auch öffnet es den Zugang zu weiterführenden Abschlüssen auf Sek II-Stufe sowie zu Weiterbildungen. Die Einführung der EBA-Grundbildungen unterstützt im Weiteren das gemeinsame bildungspolitische Ziel von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt, dass 95% aller 25-Jährigen über einen Abschluss auf der Sekundarstufe II verfügen. Schliesslich tragen die EBA-Grundbildungen dazu bei, das Potenzial an Arbeitskräften weiter auszuschöpfen.

Aufgrund der Ergebnisse der Evaluationen stellt der Bundesrat fest, dass sich die Einführung der EBA-Grundbildungen positiv auf die Bildungslandschaft der Schweiz auswirkt. Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht er zurzeit nicht. Er ersucht die Verbundpartner, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten geeignete Massnahmen gemäss den Empfehlungen der Evaluationen umzusetzen, damit sich das volle Potenzial dieses Angebots entfalten kann.

Entwicklung der Abschlüsse der beruflichen Grundbildung (Sekundarstufe II) 2005–2017

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