Agenda 2030

Bildung als ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung

Die 2015 verabschiedete Agenda 2030 der UNO hat sich als globales Referenzwerk für die Förderung der nachhaltigen Entwicklung etabliert. Das gilt auch im Bereich Bildung, Forschung und Innovation. Dies zeigten die Diskussionen anlässlich des diesjährigen hochrangigen politischen Forums über nachhaltige Entwicklung (High-Level-Political Forum on Sustainable Development), in dessen Rahmen die UNO in New York die einzelnen Agenda-Ziele prüfte. Für die Diskussion der Ziele im Bildungsbereich waren die Kantone und das SBFI vertreten.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wurde am UNO-Gipfeltreffen 2015 in New York von den Staats- und Regierungschefs verabschiedet. Sie basiert auf den Beschlüssen der UNO-Konferenz über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) und formuliert 17 globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals), die das Kernstück der Agenda 2030 bilden und für alle Länder gültig sind. Der Agenda 2030, die rechtlich nicht verbindlich ist, kommt die Funktion eines globalen Referenzwerks zu.

Bildungsziel der Agenda 2030 überprüft

Das sogenannte «High-Level-Political Forum on Sustainable Development» findet jährlich statt. Es handelt sich um die zentrale Plattform der UNO, in deren Rahmen die Umsetzung der Agenda 2030 und die damit verbundenen Ziele für nachhaltige Entwicklung diskutiert und überprüft werden. Dabei konzentriert man sich jeweils schwerpunktmässig auf einzelne Ziele. 2019 zählte das Bildungsziel dazu. Es weist der Bildung eine Schlüsselfunktion für die Förderung der nachhaltigen Entwicklung zu und fordert, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene Zugang zu einer qualitativ hochstehenden Grund- und Berufsbildung erhalten (inklusive gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern).

Bedeutung des Bildungsmonitorings hervorgehoben

Die Teilnehmenden des diesjährigen Forums kamen zum Schluss, dass man von der Erreichung des Ziels weltweit betrachtet noch weit entfernt sei. In zahlreichen Ländern mit einem tiefen Einkommensniveau verfügt nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung über einen nachobligatorischen Abschluss auf Sekundarstufe II. Zu berücksichtigen ist dabei, dass in afrikanischen Ländern und vielen Staaten der arabischen Welt Bildungsstatistiken oft gar nicht verfügbar sind. Besorgniserregend ist gemäss Voten am Forum zudem, dass gegen Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler ausgeübte Gewalt sowie Korruption an Schulen weit verbreitet sind. Eine Herausforderung stellt unter anderem auch die Gewährleistung der Chancengerechtigkeit im Bildungssystem dar.

Wie ein Vertreter der UNESCO am Forum ausführte, komme dem Bildungsmonitoring eine hohe Bedeutung zu. Es sensibilisiere für Bildungsdefizite und trage so dazu bei, diese gezielt zu beheben.

Kantone vertreten

Für die Diskussion der Bildungsziele war die Schweiz durch den Bildungsdirektor des Kantons Tessins, Staatsrat Manuele Bertoli, sowie durch Benedikt Hauser, SBFI, vertreten. Manuele Bertoli, der blind ist, wies im Plenum darauf hin, dass es ihm trotz seiner Behinderung und seiner Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen möglich war, eine qualitativ hochstehende Schulbildung zu erhalten, ein Studium zu absolvieren, sich politisch zu engagieren und Mitglied einer Regierung zu werden. Dabei rief er die Bedeutung des Grundschulunterrichts als Voraussetzung für die Befähigung zum lebenslangen Lernen in Erinnerung. Er appellierte an die Staaten der UNO, die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, ohne dabei den auch in der Schweiz vorhandenen Nachholbedarf, wie beispielsweise bei der frühkindlichen Bildung, zu verschweigen.

Die Vertretung der Schweiz bei internationalen Bildungskonferenzen zu Themen der obligatorischen Schule durch die Kantone hat eine lange Tradition. Sie zeigt, dass sich einerseits auch die kantonale Ebene international einbringt, und dass andererseits internationale Initiativen wie die Agenda 2030 der UNO auf eine Abstützung durch die Kantone zählen können. Dass sich die Schweiz damit auf der internationalen Bühne positiv profilieren kann, hat sich auch beim diesjährigen hochrangigen politischen Forum für nachhaltige Entwicklung bestätigt. Dies zeigten mehrere Reaktionen von Vertreterinnen und Vertretern anderer Länder.

Stark war die Schweizer Präsenz auch im Forschungsbereich, deren Bedeutung für die Umsetzung der Agenda 2030 ein weiteres Mal prominent hervorgehoben wurde. Der im September 2019 publizierte «Global Sustainable Development Report 2019» wurde durch den Ko-Vorsitzenden des dafür zuständigen Expertengremiums der UNO, Professor Peter Messerli, Universität Bern, präsentiert.

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Therese Steffen Gerber, SBFI

Leiterin Abteilung Bildungszusammenarbeit
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