«Berufsbildung 2030»

Zahlreiche Projekte lanciert: Verbundpartner übernehmen Verantwortung

Mit der Initiative «Berufsbildung 2030» stellen sich die Verbundpartner der Berufsbildung gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft. Auf der Grundlage des Leitbilds und der priorisierten Stossrichtungen sowie dank dem Willen und Engagement aller Beteiligten haben Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt inzwischen bereits 26 Projekte lanciert. Das Steuergremium «Berufsbildung 2030» lädt Akteure der Berufsbildung ein, sich auch weiterhin am Prozess zu beteiligen.

«Berufsbildung 2030» – Leitbild und Stossrichtungen

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«Berufsbildung 2030» ist eine verbundpartnerschaftlich getragene Initiative, die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft antizipiert und die Berufsbildung fit für die Zukunft macht. Nachdem die Verbundpartner gemeinsam ein Leitbild erarbeitet und entsprechende Stossrichtungen (siehe Grafik) priorisiert haben, befindet sich der Strategieprozess seit Sommer 2018 in der Umsetzung. Dabei hat das Steuergremium bereits 26 Projekte lanciert.

Die Projekte auf der gegenüberliegenden Seite zeigen exemplarisch, wie Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt gemeinsam konkrete Massnahmen umsetzen. Informationen zu diesen und allen anderen Projekten finden sich auf der Internetplattform von «Berufsbildung 2030» (siehe weitere Informationen).

Offener Prozess

Die Federführung bei den einzelnen Projekten richtet sich nach den im Berufsbildungsgesetz festgehaltenen Zuständigkeiten. Die Umsetzung der Massnahmen erfolgt in verschiedenen Projektgruppen und Gremien. Dabei wird der Einbezug der direkt betroffenen Akteure sichergestellt.

Das Steuergremium «Berufsbildung 2030» lädt alle Verbundpartner ein, in ihren Zuständigkeiten weitere Projekte zu erarbeiten.

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Beispiel: Stärkung von Information und Beratung
Die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) unterstützt den Berufs- und Studienwahlprozess von Jugendlichen. Sie ist zudem Anlaufstelle für Erwachsene bei allen Fragen zur Gestaltung ihrer beruflichen Laufbahn. Die Vision für eine künftige nationale Strategie besteht darin, in den Kantonen eine möglichst einheitliche Versorgung der Bevölkerung mit grundlegenden Dienstleistungen der BSLB sicherzustellen. Zudem soll, wo nötig, eine über die Kantonsgrenzen hinweg koordinierte Weiterentwicklung der Dienstleistungen erfolgen. Die von der Schweizerischen Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs- und Studienberatung (KBSB) erarbeitete Strategie befindet sich zurzeit im Konsultationsverfahren.

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Beispiel: Flexible Berufsausbildung aus Sicht der Arbeitswelt
Schnelle technologische Entwicklungen und die Digitalisierung führen einerseits dazu, dass die Ausbildungsinhalte vieler beruflichen Grundbildungen immer kürzeren Lebenszyklen unterworfen sind. Andererseits gibt es aber auch immer mehr Kompetenzen, die übergreifend für verschiedene Berufe relevant sind. Ein Verbund aus mehreren Organisationen der Arbeitswelt (OdA) definiert deshalb momentan unter Einbezug der Spitzenverbände, des Bundes und der Kantone ein gemeinsames Verständnis für eine künftig flexible berufliche Grundbildung. Zusammen erarbeiten sie zudem eine Grundlage für daran anschliessende Modellentwicklungen. Parallel dazu befassen sich auch die Kantone mit einer möglichen Flexibilisierung der beruflichen Grundbildung. Ziel des Projektes ist es, ein Modell zu erarbeiten, das für die schulische Bildung nebst den standardisierten Unterrichtsbereichen sogenannte «spezifische Handlungskompetenzen» vorsieht. Diese werden von den OdA definiert und können flexibel und rasch auf die aktuellen Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst werden.  

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Beispiel: Weiterentwicklung des allgemeinbildenden Unterrichts
Mit dem Projekt «Allgemeinbildung 2030» wollen Bund und Kantone die Allgemeinbildung der beruflichen Grundbildung auf die künftigen Anforderungen ausrichten. Dabei werden unter anderem die Bildungsinhalte, das Ausbildungskonzept und das Qualifikationsverfahren überprüft und bei Bedarf angepasst. Falls sich bei den Bildungsgrundlagen Revisionsbedarf herausstellt, gilt es die Balance zwischen Flexibilität und Verbindlichkeit im Vollzug der Allgemeinbildung gebührend zu berücksichtigen. Unter Einbezug der Begleitgruppe werden in der laufenden Analysephase der Ist- und Soll-Zustand einander gegenübergestellt. Der daraus resultierende Bericht wird Grundlage sein für die Konkretisierung der Zukunftsszenarien, für allfällige Vertiefungsstudien sowie abschliessende Handlungsempfehlungen.

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