Die Flexibilität des swissnex Netzwerks: ein Vorteil während der Corona-Krise

Das swissnex Netzwerk zeichnet sich durch die grosse Autonomie der weltweit verteilten Standorte, eine horizontale Governance sowie dynamische und kreative Teams aus. Seine Flexibilität erwies sich als Vorteil, als es darum ging, sich an neue Umstände im Zusammenhang mit Covid-19 anzupassen. So galt es insbesondere, Synergien zwischen der Schweiz und ihren Gastländern in der Covid-19-Forschung zu ermitteln und den Austausch multidisziplinärer Ideen für die Welt nach der Pandemie zu fördern.

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Mit dem Projekt Handshake nutzte swissnex Boston die Gelegenheit, Innovation und Kunst im Kontext von Social Distancing zu verbinden. Bild: zVg

Die erste Herausforderung war es, unverzüglich Alternativen zu den zahlreichen vorgesehenen Veranstaltungen bereitzustellen. Das Team von swissnex China meisterte diese rasch, und zwar mit der Organisation einer Reihe von Webinaren. Das erste fand Mitte Februar in Form eines virtuellen Anlasses mit Schweizer Epidemiologen statt. Im Juni konnte sogar ein Ersatz für die Beteiligung an der grossen Technologiemesse CES Asia 2020 gefunden werden, die leider abgesagt worden war. In Zusammenarbeit mit Präsenz Schweiz und deren SwissTech-Kampagne präsentierten 20 Start-ups aus dem Bereich Deeptech ihre Innovationen virtuell einer Jury und einem Publikum von 950 Personen, darunter 240 Investorinnen und Investoren. Die Jury wählte den überzeugendsten Pitch aus und erfand nebenbei ein neues Format: die Pitchinars. Diese unfreiwillige Umstellung auf den Digitalmodus trug ausserdem zu einer ver­stärkten Zusammenarbeit im Netzwerk bei, insbesondere über virtuelle Konferen­zen zwischen den Standorten.

Inspiration für andere
Schwieriger wurde es, eine Lösung für mehrtägige Programme zu finden, beispielsweise für die gemeinsam mit Innosuisse organisierten Internationalisierungscamps für Schweizer Start-ups. Innert kürzester Zeit schafften es die Start-up-Manager des Netzwerks jedoch, trotz der grossen Bedeutung des persönlichen Austauschs und Networkings ein Online-Format zu entwickeln. swissnex San Francisco stellte das swissnex Start-up-Bootcamp auf die Beine, mit dem die Teilnehmenden sehr zufrieden waren. Dieser Erfolg inspirierte auch unsere Wissenschaftsrätinnen und -räte an den Schweizer Botschaften, so wurde zum Beispiel die Innovationswoche Schweiz-Korea auf virtuelle Workshops umgestellt.

In kurzer Zeit machten die Mitglieder des Netzwerks ausserdem lokale Schlüsselpartner in der Bekämpfung von Covid-19 ausfindig und setzten sie mit Schweizer Forschenden in Verbindung. So konnte beispielsweise swissnex Brazil anlässlich einer Veranstaltung zu Virus-Tracking-Instrumenten Kontakte zwischen den Universitäten Zürich und São Paulo herstellen. Ähnliches vermeldete Tel-Aviv: Dank des Wissenschaftsrats vor Ort konnte der akademische Wissens­austausch über die Wirksamkeit der Lockdown-Mass­nah­men zwischen Israel und der Schweiz gefördert werden.

Rückholaktion für Schweizer Touristinnen und Touristen
Das Netzwerk ging sogar über seinen BFI-Auftrag hinaus und bot in der Krise auch anderweitige Unterstützung an. Sébastien Hug, der gleichzeitig als CEO von swissnex India und Generalkonsul in Bangalore amtet, organisierte und leitete mit seinem Team eine komplexe Rückholaktion für Schweizer Touristinnen und Touristen, die in Indien festsassen.

swissnex Boston nutzte die Gelegenheit, Innovation und Kunst vor dem Hintergrund des Social Distancing zu verbinden. Handshake, eine robotikgestützte Installation der Schweizer Designer AATB, ist ein physisches wie auch virtuelles Kunstwerk, das zu Diskussionen über die Rolle der Technologie bei fehlendem menschlichem Kontakt anregt.

Ein guter Zeitpunkt für Reflexion
Eine Analyse der Reaktion von swissnex auf die Coronavirus-Pandemie liefert Denkanstösse zur Zukunft des Netzwerks. In der Zeit nach Covid-19 wird die Flexibilität von swissnex mehr denn je gefragt sein, um innovative Lösungen zu finden, Brücken zwischen der Schweiz und der Welt in Bildung, Forschung und Innovation zu schlagen und Digitales mit Menschlichem zu verbinden.

Weitere Informationen

Malin Borg Soares, SBFI
Leiterin Ressort swissnex Netzwerk

www.swissnex.org

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/dienstleistungen/publikationen/publikationsdatenbank/s-n-2020-4/s-n-2020-4h.html