Weg frei für eine optimierte Governance in der Berufsbildung

Die Teilnehmenden des nationalen Spitzentreffens haben am 9. November 2020 das verbundpartnerschaftlich erarbeitete Umsetzungskonzept zur Systematisierung der Governance in der Berufsbildung genehmigt. Die per 2021 installierte neue Gremienstruktur erlaubt es, strategische Fragen effektiv, effizient und unter massgeblicher Beteiligung der Verbundpartner zu behandeln. Zudem wurde das Mandat der Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» bis Herbst 2021 verlängert. Damit sollen Jugendliche und Unternehmen auch weiterhin gute Rahmenbedingungen auf dem Lehrstellenmarkt und beim Übergang in den Arbeitsmarkt vorfinden.

prolehrstellen
Die Lehrbetriebe der Schweiz machen sich stark für die Berufsbildung. Dieses wichtige Engagement macht die «Berufsbildungs-Challenge» der Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» sichtbar: www.prolehrstellen.ch

Die Schweizer Berufsbildung lebt vom Grundsatz der Verbundpartnerschaft, also vom Zusammenspiel zwischen Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Im Zuge der Umsetzung der Initiative «Berufsbildung 2030» hat sich jedoch gezeigt, dass die Struktur und damit die Zusammenarbeit unter den Verbundpartnern mit Blick auf die Zukunft optimiert werden kann: Die Gremien sollen einerseits besser aufeinander abgestimmt werden; andererseits geht es darum, Rollen und Entscheidungsprozesse in der Berufsbildung klarer und transparenter zu gestalten.

Neue Gremienstruktur ab 2021
An dem von Bundesrat Guy Parmelin geleiteten nationalen Spitzentreffen der Berufsbildung im November 2020 nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes (SAV), des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv), des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), von Travail.Suisse und des SBFI teil. Sie alle begrüssten und genehmigten das verbundpartnerschaftlich erarbeitete Umsetzungskonzept für die neue Governance in der Berufsbildung. Mit dieser können strategische Fragen, welche die Kantone, die Organisationen der Arbeitswelt und den Bund betreffen, effizient und unter massgeblicher Beteiligung der Verbundpartner behandelt werden.

Die Umsetzung der Gremienstruktur erfolgt grundsätzlich im Rahmen der bestehenden organisatorischen, rechtlichen, personellen und finanziellen Zuständigkeiten. Die neue Gremienstruktur wird per 1. Januar 2021 eingeführt und nach drei Jahren evaluiert. Die Teilnehmenden am nationalen Spitzentreffen haben zudem die neugeschaffene tripartite Berufsbildungskonferenz – bestehend aus Vertretern der drei Verbundpartner – als Steuergremium mit der Weiterführung der Arbeiten zu drei als prioritär eingestuften Themen beauftragt. Es sind dies: Ineffizienzen und Fehlallokationen in der Berufsentwicklung, Finanzierung der überbetrieblichen Kurse sowie Finanzierung der Qualifikationsverfahren.

Mandat der Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» verlängert
Die im Mai 2020 von Bundesrat Guy Parmelin eingesetzte Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» vereint Bund, Kantone und Sozialpartner und bündelt auf nationaler Ebene die relevanten Kräfte. Wie aus dem Bericht der Task Force hervorgeht, trugen die gemeinsamen Anstrengungen sowie die Bestrebungen der Ausbildungsbetriebe zu einer stabilen Lage auf dem Lehrstellenmarkt 2020 bei:

  • Die enge verbundpartnerschaftliche Zusammenarbeit ermöglicht auch in der Krise zeitnahe Diskussionen und ein rasches, breit abgestütztes Handeln.
  • Das monatlich durch die Kantone erhobene Monitoring des Lehrstellenmarktes in Kombination mit den Arbeitslosenzahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO erlaubt, frühzeitig Tendenzen und allfälligen Handlungsbedarf zu erkennen.
  • Im Berufswahlprozess stehen bewährte und flexible Massnahmen auf Angebots- und Nachfrageseite zur Verfügung.
  • Der vom Bund eingesetzte und von der Task Force im Mai 2020 lancierte Förderschwerpunkt «Lehrstellen Covid-19» unterstützt die Verbundpartner gezielt. Bisher wurden rund 40 Gesuche aus allen Landesteilen beim SBFI eingereicht. Der Bund übernimmt bei den unterstützten Projekten bis zu 80 Prozent der Kosten.
  • Die von der Task Force im Oktober 2020 lancierte «Berufsbildungs-Challenge» auf www.prolehrstellen.ch hat zum Ziel, den Unternehmen, die sich während der Pandemie für die Berufsbildung stark gemacht haben, öffentlich Wertschätzung entgegenzubringen und weitere zu einem solchen Engagement zu motivieren.

Um die Situation weiterhin genau zu beobachten und um je nach dem weiteren Verlauf der Pandemie und der wirtschaftlichen Lage geeignete Massnahmen zu ergreifen, begrüssten die Teilnehmenden des Spitzentreffens eine Verlängerung des Mandats der Task Force «Perspektive Berufslehre» bis zum ordentlichen Spitzentreffen im Herbst 2021.

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