Rechenschaftsablage des ETH-Bereichs für die Strategieperiode 2017–2020

Der vom Bundesrat im März verabschiedete Bericht über die Erreichung der strategischen Ziele für den ETH-Bereich für das Jahr 2020 ist der vierte und letzte der abgelaufenen Strategieperiode 2017–2020. Wir werfen einen Blick auf die Erreichung der strategischen Ziele in den Bereichen Lehre, Forschung und Wissens- und Technologietransfer über diesen Zeitraum hinweg.

Der Bundesrat führt den ETH-Bereich gemäss den Grundsätzen zur Steuerung verselbständigter Einheiten des Bundes seit 2017 über strategische Ziele. Er erstattet der Bundesversammlung jährlich Bericht über deren Erreichung, wofür der ETH-Rat als Strategie- und Aufsichtsorgan des Bereichs jährliche Zielerreichungs- und Jahresberichte vorlegt. Unter dem Begriff «Strategische Schwerpunkte» waren dem ETH-Bereich für die Periode 2017-2020 insgesamt sieben strategische Ziele gesetzt.

Entwicklung bei den Studierenden und Doktorierenden an der ETH Zürich und der EPFL 2017–2020

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Quelle: Geschäftsbericht des ETH-Rats über den ETH-Bereich 2020
Grafik: SBFI

Attraktive Lehre
Das im Kerngeschäft Lehre formulierte Ziel lautete: «Der ETH-Bereich bietet eine im internationalen Vergleich erstklassige, forschungsbasierte und für die Studierenden attraktive Lehre an.» Gemäss ETH-Rat weisen die ETH Zürich und die EPFL betreffend Studierendenzahl am Ende der Periode ein Wachstum von zusammengerechnet knapp 13 Prozent aus. Das Total der Studierenden und Doktorierenden stieg zwischen 2017 und 2020 um rund 4000 auf knapp 35'250.

Wie aus nebenstehender Grafik hervorgeht, stiegen bei den Bachelor- und Masterstudien die Zahlen kontinuierlich an. Bei den Weiterbildungsstudiengängen MAS/MBA ist eine geringe Abnahme zu verzeichnen und bei den Mobilitätsstudierenden hat im Jahr 2020 gegenüber 2019 ein Einbruch stattgefunden, der durch die Covid-19-Pandemie erklärt werden kann. Bei den Doktorierenden wiederum zeigt der Trend grundsätzlich nach oben; hier liegt der Wert von 2020 um gut 300 Studierende höher als jener vom Jahr 2017.

Wahrung der internationalen Spitzenposition in der Forschung
Gemäss Geschäftsbericht des ETH-Rats 2020 bewiesen die Institutionen des ETH-Bereichs mit ihren Forschenden, dass sie auch bei den neusten Entwicklungen an vorderster Stelle mit dabei sind. Dies zeigte sich im letzten Jahr gerade auch im Kontext der Covid-19-Pandemie, bei welcher der Zeitfaktor eine grosse Rolle spielt, auf eindrückliche Weise. Forschende des ETH-Bereichs waren (und sind) stark in der Swiss National Covid-19 Science Task Force engagiert. Weitere Stichworte sind das Datenübertragungsprotokoll u.a. für die SwissCovid-App (EPFL), die Struktur-Analyse der SARS-CoV-2-Proteine (PSI), die Entwicklung von Sensoren zur Messung der Virenkonzentration in der Luft (ETH Zürich und EMPA) sowie das schnell bereitgestellte System zur Messung der SARS-CoV-2-Viren im Abwasser (EPFL und EAWAG). Über die Strategieperiode hinweg rangierte die ETH Zürich bei vier der weltweit renommiertesten Rankings immer unter den 20 besten Hochschulen; auch die EPFL konnte ihre starke Position im internationalen Vergleich halten.

Wichtiger Indikator für konkurrenzfähige Kompetenzen im Bereich Forschung sind und bleiben die aus den EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation im Wettbewerb erworbenen Mittel. Auch diesbezüglich kann das Ergebnis des ETH-Bereichs als erfreulich bewertet werden: Über die Periode hinweg betrachtet konnten diese Drittmittel um fünf Prozent gesteigert werden. In absoluten Zahlen ausgedrückt, betrugen die Erträge der Bundeshochschulen und der Forschungsanstalten aus dem EU-Fördertopf in den Jahren 2017–2020 im jährlichen Total durchschnittlich knapp 145 Millionen Franken. Dieses Resultat kam unter anderem deswegen zustande, weil die ETH Zürich und die EPFL auf europäischer Ebene zu den erfolgreichsten Institutionen bei der Einwerbung der hochdotierten Stipendien des Europäischen Forschungsrats (ERC Grants) zählten.

Wissens- und Technologietransfer im ETH-Bereich 2017–2020

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Quelle: Geschäftsbericht des ETH-Rats über den ETH-Bereich 2020; Grafik: SBFI

Wissens- und Technologietransfer (WTT)
Im Kerngeschäft WTT lautete das Ziel: «Zur Stärkung der Innovationskraft und der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz fördert der ETH-Bereich die Zusammenarbeit und den Austausch mit der Wirtschaft und der Gesellschaft.» Indikatoren zur Messung der diesbezüglichen Zielerreichung sind die Anzahl Patente, Lizenzen, Spin-offs, Erfindungsmeldungen und Softwaremeldungen. Gemäss obenstehender Grafik sind von Jahr zu Jahr gewisse Schwankungen festzustellen, die jeweiligen Werte bleiben aber insgesamt hoch. Bei den Spin-off-Gründungen kamen zwischen 2017 und 2020 jedes Jahr mehr hinzu. In der Folge bedeutet die Zahl von 66 neuen Spin-offs im Jahr 2020 einen neuen Rekord.

Vor dem Hintergrund dieser erfreulichen Ergebnisse bei der Erreichung der strategischen Ziele 2017–2020 wird der Bundesrat voraussichtlich Ende April 2021 die strategischen Ziele für den ETH-Bereich für die Jahre 2021–2024 festlegen.

Weitere Informationen

Dr. Aurélia Robert-Tissot
Wissenschaftliche Beraterin Ressort Hochschulpolitik

www.sbfi.admin.ch/szbr_eth

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/dienstleistungen/publikationen/publikationsdatenbank/s-n-2021-2/s-n-2021-2f.html