Editorial

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

Die im Jahr 2021 letzte Ausgabe unseres Magazins eignet sich für einen Rückblick und einige Gedanken zur näheren Zukunft.

Die Liste der vom SBFI im auslaufenden Jahr im Auftrag von Departement und Bundesrat erledigten Aufgaben ist lang. Sie reicht von den mit den schwergewichtigen Akteuren (ETH-Rat, SNF, Innosuisse, Akademien+) unterzeichneten Ziel- und Leistungsvereinbarungen 2021–2024 bis zu den per 2023 in Kraft gesetzten neuen Bildungsverordnungen und -plänen im Bereich der kaufmännischen Grundbildung; von wichtigen Gesetzesrevisionen (Forschungs- und Innovationsförderungsgesetz; ETH-Gesetz) bis zu bedeutenden Schritten im Projekt «Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität»; vom Neustart weiterer Projekte im Kontext der erfolgreichen Initiative «Berufsbildung 2030» bis zu den für das Jahr 2021 getroffenen nationalen Übergangsmassnahmen zu Gunsten Schweizer Akteure bei derzeit nicht zugänglichen Programmteilen im EU-Rahmenprogramm Horizon Europe.

Namentlich auch dieses letzterwähnte Dossier wird uns – im Kontext grundsätzlicher Fragen zur internationalen Forschungs- und Innovationszusammenarbeit der Schweiz – im kommenden Jahr weiterhin intensiv beschäftigen. Das «Horizon-Paket» (Horizon Europe,
Euratom, Digital Europe Programme und ITER) hat für das Schweizer BFI-System zentrale Bedeutung. Deshalb ist die Assoziierung an
Horizon Europe und den damit verbundenen Programmen und Initiativen das erklärte Ziel des Bundesrates. Doch parallel und ergänzend dazu prüfen wir mögliche weitere Massnahmen zur Stärkung des Schweizer Forschungs- und Innovationsstandorts in grossen internationalen, sprich: globalen Zügen.
Wichtig zu erwähnen ist im internationalen Kontext, dass auch eine Assoziierung der Schweiz an das Programm «Erasmus+» weiterhin das Ziel ist. Entsprechende Verhandlungen sollen aufgenommen werden, sobald es der Stand der allgemeinen Beziehungen zur EU zulässt.

Auf zukunftsfähige Stärke des BFI-Platzes Schweiz fokussieren auch andere gewichtige Geschäfte des Jahres 2022. Bei der erstmaligen Evaluation der Wirkung des 2015 in Kraft getretenen Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes müssen alle involvierten Parteien ergebnisoffen und kritisch-konstruktiv an die Frage herangehen, wo vielleicht Anpassungen erforderlich sind, damit der Hochschulplatz Schweiz noch besser und resilienter gestaltet werden kann.

Und schliesslich noch eine ganz andere Herausforderung für das nächste Jahr, nämlich das dringliche Projekt «Positionierung der höheren Fachschulen». Da geht es um deutlich mehr als einfach um die HF, nämlich auch um die höhere Berufsbildung insgesamt, um die Hochschulen und mithin um die grosse bildungssystemische Mechanik und Logik. Das erfolgreiche, auf die Bedürfnisse des Individuums, der Wirtschaft und Arbeitswelt und der Gesellschaft zugeschnittene Bildungssystem Schweiz ist ein Puzzle, zu dessen integraler Stimmigkeit wir Sorge tragen müssen. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam Lösungen für die im bisherigen Projektverlauf herauskristallisierten komplexen Fragen finden werden.

Martina Hirayama
Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation

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