Weiterbildung: ein Erfolgsfaktor für Unternehmen

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Im beruflichen Umfeld spielt Weiterbildung sowohl aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Stichworte: beruflicher Erfolg und Teilhabe am Arbeitsprozess) als auch der Unternehmen (Stichworte: Produktivität, Konkurrenz- und Innovationsfähigkeit) eine wichtige Rolle. Die Durchführung und Finanzierung von Weiterbildungen liegt primär in der Verantwortung der Individuen und Unternehmen. Ein Grund für die hohe Weiterbildungsbeteiligung in der Schweiz ist die Unterstützung der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden durch die Unternehmen.

Für 80% der ständigen Wohnbevölkerung im Alter von 15 bis 75 Jahren ist die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung kostenlos. Lediglich acht Prozent der Teilnehmenden an beruflicher Weiterbildung bezahlen gemäss Bundesamt für Statistik mehr als 1000 Franken.

Möglich machen dies – nebst Beiträgen der Arbeitgeber – verschiedenste Fonds: Branchenfonds, Fonds im Rahmen von Gesamtarbeitsverträgen sowie kantonale Fonds. Die Vorbereitung auf eidgenössische Prüfungen (eidg. Fachausweis und eidg. Diplom) wird durch den Bund finanziell unterstützt (subjektorientierte Finanzierung).

Ein gemeinsames Bewusstsein entwickeln

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Prof. Dr. Jochen Schellinger, Studiengangleiter MSc Business Administration, Berner Fachhochschule
Bild: Sandra Stampfli

«Lebenslanges Lernen setzt voraus, dass Unternehmen und Mitarbeitende ein gemeinsames Bewusstsein für dessen existenzielle Relevanz entwickeln: Die Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitenden auf internen und externen Arbeitsmärkten durch eine kontinuierliche Weiterbildung, die an relevanten Trends wie Digitalisierung oder Globalisierung ansetzt, erhöht die Agilität und Resilienz von Mitarbeitenden und Unternehmen und ermöglicht eine langfristige gemeinschaftliche Zukunftssicherung.»

Unterstützung von Weiterbildungsaktivitäten

Die Bildung der Mitarbeitenden ist aus betrieblicher Sicht ein zentraler Erfolgsfaktor. Unternehmen profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften auf allen Stufen. Sie haben entsprechend ein eigenes Interesse an der beruflichen Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden.

Bei der Form der Weiterbildungen in Betrieben sind interne Schulungen durch das eigene Personal oder durch Lieferanten stark verbreitet. Kleinere Unternehmen haben klare Präferenzen für selbstständiges und informelles Lernen.

Im Jahr 2015 haben gemäss Bundesamt für Statistik rund 90% der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten Weiterbildungen ihres Personals unterstützt. Die Erhebung zeigt, dass mit absteigender Grösse der Unternehmen sowohl die Unterstützung von Weiterbildung generell als auch der Anteil der Mitarbeitenden sinkt, die im Unternehmen davon profitieren. Die Unternehmensgrösse allein kann die Weiterbildungsaktivität allerdings nicht erklären. Es bestehen auch zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren grosse Unterschiede.

Die berufsorientierte Weiterbildung wird primär von den Organisationen der Arbeitswelt und privaten Anbietern verantwortet und bereitgestellt. Als erster externer Partner für Weiterbildungen gelten vonseiten KMU die Branchenverbände. Je nach Branche kommt sogenannten Branchenzertifikaten auf dem Arbeitsmarkt ein hoher Stellenwert zu, beispielsweise die «Kursleiterin SVEB» im Bereich der Weiterbildung, der «Pflegehelfer SRK» in der Pflege und Betreuung oder die «Elektro-Teamleiterin EIT.swiss» in der Branche Elektroinstallation. Bei der Anpassung an neue Entwicklungen wie Digitalisierung oder Nachhaltigkeit spielen die Organisationen der Arbeitswelt ebenfalls eine zentrale Rolle.

Das Berufs- und Weiterbildungssystem in der Schweiz ist auf Wandel ausgelegt. Die entsprechenden Gefässe und Instrumente werden von den Verbundpartnern laufend weiterentwickelt. Der Bund sorgt für gute Rahmenbedingungen, die Bildung und Weiterbildung ermöglichen. Das private Engagement jedes Einzelnen und der Unternehmen ist ebenso wichtig.

Weitere Informationen

Philipp Theiler, SBFI
Leiter Ressort Weiterbildung und Projektförderung

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