Editorial

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat über die vergangenen rund zehn Jahre hinweg viele Tausende von Projekten unterstützt, in denen Schweizer Forschende mit internationalen Partnerinnen und Partnern nicht nur in den Nachbarstaaten und Europa, sondern auf allen Kontinenten weltweit zusammenarbeiten. Die Tendenz ist steigend. Dies bekräftigt der Bericht «Wissenschaftliche Publikationen in der Schweiz, 2008–2020». Das SBFI erfasst darin ein weiteres Mal die Leistungsfähigkeit der Schweizer Forschung und kann damit eine Erfolgsgeschichte fortschreiben: Unser Land weist bezüglich seiner Anzahl wissenschaftlicher Publikationen pro Kopf (Platz 2) und ihrer Rezeption (Platz 3) im weltweiten Vergleich weiterhin sehr starke Werte aus.
Der Bericht zeigt auch, wie unaufhaltsam die internationale Zusammenarbeit im Forschungsbereich an Bedeutung gewinnt: Mittlerweile entstehen 84% aller wissenschaftlichen Publikationen in der Schweiz in internationaler Kooperation. Wichtigstes Partnerland für die Schweiz sind die USA (Co-Autorenschaft in knapp 15% aller Fälle) gefolgt von Italien (8%), Deutschland (7%) sowie Frankreich und dem Vereinigten Königreich (je 6%).

Dass Schweizer Forschende mit Kolleginnen und Kollegen in europäischen Ländern summarisch am häufigsten publizieren (rund ein Viertel aller Co-Publikationen), kommt nicht von ungefähr. Die EU-Rahmenprogramme für Forschung und Innovation sind für die länderübergreifende Kooperation ein etabliertes und geeignetes Instrument.

Doch erinnern wir uns daran, wie vielfältig das Instrumentarium der Schweiz zur internationalen Vernetzung ihrer Akteure im Bereich Forschung und Innovation ergänzend zu den Europäischen Rahmenprogrammen ist:

  • Wir verfügen über bilaterale Forschungsabkommen mit den USA, Japan, Südkorea, Südafrika und anderen Ländern mehr. Zur Erweiterung dieser Liste finden derzeit beispielsweise auch Gespräche mit dem Vereinigten Königreich und Israel statt.
  • Da ist zum anderen die staatsvertragliche Teilhabe der Schweiz an multilateralen Forschungsorganisationen und -infrastrukturen wie etwa dem CERN, der Europäischen Weltraumagentur ESA, der Europäischen Organisation für Astronomie ESO oder dem Square Kilometre Array, dem empfindlichsten Radioteleskop des 21. Jahrhunderts.
  • Nicht vergessen werden darf auch die mehr und mehr zum Tragen kommende internationale Kooperation unter dem Dach der Förderagenturen des Bundes. So besteht etwa zwischen Innosuisse und der Israel Innovation Authority eine gemeinsame Erklärung, welche seit vier Jahren direkte Kooperationen zwischen der Schweiz und Israel begünstigt. Der SNF hat mit der US-amerikanischen National Science Foundation im November 2021 eine Absichtserklärung zur langfristigen Zusammenarbeit unterzeichnet.
  • Swissnex als weltweites Netzwerk für Bildung, Forschung und Innovation unterstützt im Auftrag des Bundes interessierte öffentliche wie private BFI-Akteure bei der internationalen Vernetzung und ihrem Engagement im globalen Austausch von Wissen, Ideen und Talenten.

Diese Liste liesse sich verlängern. Doch sie reicht um aufzuzeigen, dass der Bund seine «Internationale Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation» mit grossem Engagement verfolgt. So hat der Bundesrat auch seinen Willen zur Diversifizierung der internationalen Zusammenarbeit mit seinem Entscheid bezüglich Ergänzungsmassnahmen zu Horizon Europe bekräftigt. Die rasche Assoziierung der Schweiz an Horizon Europe bleibt das Ziel. Bilaterale Partnerschaften inner- und ausserhalb Europas weiter zu vertiefen und auszubauen, ist ein weiteres Element zur Stärkung unseres Forschungs- und Innovationsstandorts.

Martina Hirayama
Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation

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