Nationale Förderinitiative "Personalisierte Medizin"

In den Lebenswissenschaften, der Medizin und der Informationstechnologie werden grosse Fortschritte erzielt. Damit verbunden ist eine enorme und schnell wachsende Menge an Daten. Um diese Daten im Gesundheitswesen für die Forschung und Innovation in der nötigen Qualität verfügbar zu machen, bedarf es eines koordinierten Vorgehens und einer minimalen Harmonisierung der unterschiedlichen Datentypen und Informationssysteme. Hier setzt die Nationale Förderinitiative "Personalisierte Medizin" des Bundes an.

Forschung im Bereich der personalisierten Medizin zielt unter anderem auf die Entwicklung neuer Medikamente, die Optimierung von Therapien sowie auf das Erkennen und Behandeln von seltenen Krankheiten. Die entsprechende Forschung ist national wie international im Gange. Die Schweiz ist mit den beiden ETH und den Forschungszentren der Hochschulen im internationalen Vergleich sehr gut positioniert.

Koordiniertes Vorgehen sicherstellen

Grosser Handlungsbedarf besteht hingegen bei der Datenorganisation, das heisst beim Erfassen und Aufbereiten von Patientendaten, von biologischen Basisdaten (einschliesslich Biodatenbanken) und Omics-Daten (Untersuchung von Bausteinen des Lebens und Lebensprozessen). Diese Herausforderungen stellen sich sowohl in der Grundlagenforschung wie auch in der klinischen Forschung.

Hier setzt die Nationale Förderinitiative "Personalisierte Medizin" an. Mit ihr soll sichergestellt werden, dass bei der klinischen Expertise die biologische Grundlagenforschung und die Technologieentwicklung gewinnbringend eingebracht werden können. Auch in der Schweiz sollen so die jüngsten Fortschritte effizient für Forschung und Innovation an Hochschulen und in der Industrie genutzt werden können. Zum Beispiel soll es künftig möglich sein, Therapien mittels genetischer Analysen stärker auf die einzelne Patientin beziehungsweise den einzelnen Patienten auszurichten.

In der Anfangsphase ist die Initiative auf die Hochschulen und Universitätsspitäler mit ihren Patientendaten fokussiert. Die Herausforderung besteht darin, eine landesweit möglichst einheitliche Semantik bei der Datenorganisation anzuwenden, um einen problemlosen Datenaustausch zwischen den Institutionen zu ermöglichen. Zentral für eine optimale und kostenmässig effiziente Organisation der Daten sind dabei die nationale Vernetzung der relevanten Akteure und der Einbezug von inhaltlich verwandten Projekten (z.B. Biodatenbank, Biomonitoring).

Breit abgestützte Förderinitiative

Die Förderinitiative wird als nationale Verbundaufgabe zwischen Hochschulen, (Universitäts-)Spitälern und Förderorganen (Schweizerischer Nationalfonds, SNF) umgesetzt. Die entsprechenden Leitungsorgane (Rektorenkonferenz swissuniversities, ETH-Rat, SNF und Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW)) haben sich auf dieses Vorgehen geeinigt. Zudem haben sie festgelegt, dass die Gesamtkoordination in der Aufbauphase 2017-2020 der SAMW übertragen wird. Das Schweizerische Institut für Bioinformatik SIB ist dabei als "nationales Datenkoordinationszentrum" verantwortlich für die Interoperabilität der regionalen Datenbanken.

Im Rahmen der Ausarbeitung der Nationalen Förderinitiative werden auch Begleitthemen wie Datensicherheit, -integrität, -archivierung und -schutz, sowie Vertraulichkeit und ethische Aspekte zu definieren sein.

Organisation

Das SBFI und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) haben die SAMW beauftragt, eine Aufbauorganisation für ein «Swiss Personalized Health Network» (SPHN) einzurichten und ein Beitragsreglement für die Unterstützung der notwendigen Infrastrukturen auszuarbeiten. SAMW hat die Organe (Steering Board, Executive Board sowie die Begleitgruppen) eingesetzt. Damit ist die SPHNI seit 2017 operativ.

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Finanzierung

Die Kosten für die Implementierung der Förderinitiative sollen je zur Hälfte von den beteiligten Institutionen und vom Bund getragen werden. In der BFI-Botschaft 2017-2020 hat der Bundesrat dafür insgesamt 70 Millionen Franken beantragt. Die Mittel des Bundes sind für den Aufbau der Forschungsinfrastrukturen und des nationalen Datenorganisationszentrum vorgesehen.

Aufwendungen für im Bereich der personalisierten Medizin unterstützte Forschungsvorhaben erfolgen im Rahmen der regulären kompetitiven Projektförderung des SNF.

Weiterführende Informationen

Kontakt

SBFI, Nicole Schaad

Ressortleiterin
Nationale Forschung

T +41 58 463 59 85

Kontaktinformationen drucken

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