Allgemeine Informationen zu höheren Fachschulen (HF)

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Berufsleuten mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einer anderen gleichwertigen Qualifikation bieten die höheren Fachschulen (HF) die Möglichkeit, einen eidgenössisch anerkannten Abschluss auf der Tertiärstufe zu erwerben. Pro Jahr erwerben rund 7'000 Personen einen solchen Abschluss. Erfolgreiche Absolvierende eines Bildungsgangs HF erhalten ein Diplom und sind berechtigt, den entsprechenden Titel zu führen (z.B. «dipl. Technikerin HF Holzbau» oder «dipl. Betriebswirtschafter HF»). Bildungsgänge mit einer eidgenössischen Anerkennung werden sowohl von kantonalen als auch von privaten Bildungsinstitutionen angeboten.

Ausgestaltung und Profil der Bildungsgänge HF

Die Bildungsgänge HF können entweder berufsbegleitend oder im Vollzeitstudium besucht werden. Vollzeitliche Bildungsgänge dauern mindestens zwei Jahre, die berufsbegleitenden Bildungsgänge mindestens drei Jahre. In den vollzeitlichen Ausbildungen sind Praktika obligatorisch, um berufliche Erfahrungen zu sammeln. Die Bildungsgänge HF vermitteln den Studierenden Kompetenzen, die sie befähigen, in ihrem Bereich selbständig Fach- und Führungsverantwortung zu übernehmen. Sie sind arbeitsmarktorientiert und fördern insbesondere die Fähigkeit zum methodischen und vernetzten Denken.

Die Ausbildung ist generalistischer und breiter ausgerichtet als bei den eidgenössischen Prüfungen. In der Regel sind die Absolvierenden von Bildungsgängen HF jünger als diejenigen, die eine eidgenössische Prüfung ablegen. Die Ausbildung wird häufig direkt oder innert drei bis vier Jahren nach Abschluss der Sekundarstufe II durchlaufen und dient als Grundstein der beruflichen Karriere.
Im Gegensatz zu den Fachhochschulen sind die Bildungsgänge HF inhaltlich auf ein engeres Fachgebiet fokussiert und weniger wissenschaftlich ausgestaltet.

Rechtliche Grundlagen

Zusätzlich zum Berufsbildungsgesetz und zur Berufsbildungsverordnung ist im Bereich der höheren Fachschulen die Verordnung des WBF über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen (MiVo-HF) relevant.

Die MiVo-HF regelt Bildungsgänge in folgenden Bereichen:

  • Technik
  • Hotellerie-Restauration und Tourismus
  • Wirtschaft
  • Land- und Waldwirtschaft
  • Gesundheit
  • Soziales und Erwachsenbildung
  • Künste, Gestaltung und Design
  • Verkehr und Transport

Die 8 Bereiche sind auf 57 Fachrichtungen aufgeteilt. Schweizweit existieren rund 450 Bildungsgänge an höheren Fachschulen. Davon sind ungefähr zwei Drittel neurechtlich anerkannt oder befinden sich aktuell im Anerkennungsverfahren gemäss der MiVo-HF. Ein Drittel der Bildungsgänge ist noch nach altem Bundesrecht oder kantonalem Recht anerkannt. Diese sogenannten altrechtlich anerkannten Bildungsgänge geniessen ebenfalls eidgenössische Anerkennung, die höheren Fachschulen dürfen aber nicht den neuen Titel "dipl. ... HF" verleihen.

Rahmenlehrpläne

Grundlage für die Erarbeitung der einzelnen Bildungsgänge HF und deren Anerkennung durch das SBFI bilden Rahmenlehrpläne. Sie regeln das Berufsprofil, die zu erreichenden Kompetenzen, die Bildungsbereiche und deren zeitliche Anteile, die Koordination von schulischen und praktischen Bestandteilen sowie die Inhalte des Qualifikationsverfahrens. Bildungsinstitutionen, die Bildungsgänge HF anbieten möchten, müssen sich an die Vorgaben der Rahmenlehrpläne für die entsprechenden Bereiche bzw. Fachrichtungen halten.
Die Rahmenlehrpläne werden von den Bildungsanbietern in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Branchen- oder Berufsverbänden erarbeitet und vom SBFI genehmigt.

Nachdiplomstudien NDS HF

Neben den Bildungsgängen bieten die höheren Fachschulen auch Nachdiplomstudien an. Diese erlauben den Studierenden eine weitere Spezialisierung und Vertiefung. Die Zulassung zu einem Nachdiplomstudium HF setzt einen Abschluss auf der Tertiärstufe voraus. Auch die Nachdiplomstudiengänge werden vom SBFI anerkannt, basieren aber, mit Ausnahme des Gesundheitsbereichs, nicht auf Rahmenlehrplänen. Die Absolvierenden erhalten ein Diplom und dürfen den entsprechenden eidgenössisch geschützten Titel führen (z.B. "dipl. Hotelmanager NDS HF" oder "dipl. Projektleiterin NDS HF").

Aufgaben des SBFI

Das SBFI

  • Regelt die eidgenössische Anerkennung der Bildungsgänge und Nachdiplomstudien an höheren Fachschulen
  • Genehmigt die Rahmenlehrpläne

Bei seinen Aufgaben wird das SBFI von der eidgenössischen Kommission für höhere Fachschulen (EKHF) beraten.

Informationen zu den Bildungsangeboten HF

Im Berufsverzeichnis sind die aktuellen Rahmenlehrpläne abgelegt sowie die neurechtlich anerkannten Bildungsgänge und Nachdiplomstudien HF nach Bildungsanbieter aufgeführt.

Die folgenden Listen zeigen die Gesamtübersicht über alle eidgenössisch anerkannten Bildungsgänge und Nachdiplomstudien HF (neurechtlich, altrechtlich, im Anerkennungsverfahren) sortiert nach Kanton.

Veranstaltungen

Forum höhere Fachschulen

Informationen zum Strategieprojekt

Im Rahmen des Strategieprojekts werden die Fragen der Finanzierung sowie der besseren Positionierung der höheren Berufsbildung im Bildungssystem, auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft weiterverfolgt und die Suche nach Lösungen intensiviert.

Weiterführende Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/themen/hbb/allgemeine-informationen-hf.html