Horizon Europe

9. Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation (2021-2027)


Finanzierungsbotschaft

Aktueller Stand Horizon Europe

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Das 9. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union trägt den Namen Horizon Europe und dauert von 2021 bis 2027. Es wird das weltweit grösste Forschungs- und Innovationsförderprogramm bleiben und stellt das bisher ambitionierteste entsprechende Programm in der Geschichte der Europäischen Union dar. Aktuell befinden sich die europäischen Institutionen in Verhandlungen über die rechtliche, finanzielle und strategische Ausgestaltung des Rahmenprogramms. Als Nicht-EU-Mitgliedstaat nimmt die Schweiz an diesen Beratungen nicht teil.



Die wichtigsten Merkmale von Horizon Europe

Horizon Europe soll das bisher ambitionierteste Forschungs- und Innovationsförderprogramm in der Geschichte der Europäischen Union werden. Wissenschaftliche Exzellenz wird weiterhin durch den Europäischen Forschungsrat und die Marie Skłodowska-Curie Stipendien vorangetrieben und gefördert. Die industrielle Wettbewerbsfähigkeit der EU sowie ihre Innovationsleistung soll vor allem durch wissensbasierte Innovationen und die Unterstützung durch den Europäischen Innovationsrat gefördert werden. Generell zielt das neue Forschungsrahmenprogramm darauf ab, die Wissenschafts- und Technologiegewinnung in der EU durch vermehrte Investitionen in hochqualifizierte Arbeitskräfte und Spitzenforschung zu stärken. Gleichzeitig soll Horizon Europe auch dazu beitragen, die strategischen Prioritäten der EU voranzutreiben wie beispielweise das Pariser Abkommen über den Klimawandel und die Bewältigung globaler Herausforderungen. Die Ausgestaltung von Horizon Europe orientiert sich zudem an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen («Sustainable Development Goals (SDGs)»).

Neuerungen

Im Vergleich zu den früheren Programmen (Horizon 2020; 2014-2020) soll es in Horizon Europe organisatorische und inhaltliche Neuerungen und Vereinfachungen geben.

  • Nach zweijähriger Pilotphase soll der Europäische Innovationsrat ein fester Bestandteil von Horizon Europe darstellen, mit eigenen Governance-Strukturen und Forschungsförderungsinstrumenten.
  • EU-weite Missionen (missions) im Forschungs- und Innovationsbereich stellen ein neues Element bei Horizon Europe dar. Die vorgesehenen fünf Missionen sollen helfen, wichtige gesellschaftliche Herausforderungen, wie zum Beispiel die Zunahme von Krebs oder den Klimawandel, durch ambitionierte und angewandte Forschungs- und Innovationsaktivitäten in einem längeren Zeithorizont zu bewältigen. Sie werden gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Interessensgruppen und dem Europäischen Parlament sowie den Mitgliedstaaten konzipiert.
  • Open Science wird zum neuen Modus Operandi von Horizon Europe werden. Die Open Access-Politik soll gegenüber Horizon 2020 nochmals erweitert werden.
  • Die Europäischen Partnerschaften werden gestrafft und konsolidiert.
  • Durch einfachere Regeln soll die Rechtssicherheit erhöht und der Verwaltungsaufwand für Begünstigte und Programmverwalter verringert werden.

Umsetzung

Die Umsetzung von Horizon Europe erfolgt analog zu Horizon 2020 über drei Pfeiler:

  • Der erste Pfeiler «Exzellente Wissenschaften» unterstützt Grundlagenforschung und Pionierforschungsprojekte durch den Europäischen Forschungsrat. Ebenso dazu gehören die Finanzierung von Stipendien über die Marie Skłodowska-Curie Aktionen sowie Investitionen in erstklassige Forschungsinfrastrukturen.
  • Der zweite Pfeiler «Globale Herausforderungen und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie» fördert direkt Forschung in Zusammenhang mit gesellschaftlichen Herausforderungen und stärkt die technologischen und industriellen Kapazitäten. Weiter werden über diesen Pfeiler die EU-weiten Missionen (siehe oben) lanciert, um Lösungen zu den grossen Problemen unserer Zeit zu finden und die strategischen Prioritäten der Europäischen Union sowie die Ziele für nachhaltige Entwicklung («Sustainable Development Goals» SDGs) voranzutreiben. Dazu gehören auch die Tätigkeiten der Gemeinsamen Forschungsstelle, welche die politischen Entscheidungsträger der EU und der Mitgliedstaaten mit unabhängigen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischer Unterstützung unterstützt.
  • Der dritte Pfeiler «innovatives Europa» zielt darauf ab, Europa über den Europäischen Innovationsrat zu einem Vorreiter bei wissensbasierten Innovationen zu machen. Dieser Pfeiler wird zur Entwicklung der gesamten europäischen Innovationslandschaft beitragen, unter anderem durch eine weitere Stärkung des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT), um die Integration von Unternehmen, Forschung, Hochschulbildung und Unternehmertum zu fördern.

Vorläufige Struktur von Horizon Europe

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Quelle: Europäische Kommission

Beteiligung der Schweiz

Horizon Europe ist zurzeit in Erarbeitung. Derzeit verhandeln die zuständigen Institutionen auf EU-Ebene über das Budget, die gesetzliche Grundlage und die konkrete Ausgestaltung des Programms. Als Nicht-EU-Mitgliedstaat nimmt die Schweiz an diesen Beratungen nicht teil.

Die Schweiz und die EU verbindet eine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Innovation. Die Beteiligung der Schweiz an den EU-Forschungsrahmenprogrammen ist Teil der Bilateralen Abkommen I zwischen der Schweiz und der EU von 2002. Sie stellt kein Marktzugangsdossier dar und ist deshalb losgelöst von der Frage eines institutionellen Rahmenabkommens zu betrachten. Die Schweiz erwartet daher die Teilnahme auch an «Horizon Europe» und setzt sich dafür ein.

Das SBFI informiert laufend über die aktuelle Entwicklung (siehe weitere Informationen).

Weitere Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/themen/internationale-forschungs--und-innovationszusammenarbeit/forschungsrahmenprogramme-der-europaeischen-union/horizon-europe.html