COST, Europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung

COST

1971 gegründet, hat COST den Grundstein für die koordinierte Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung in Europa gelegt.


COST (European Cooperation in Science and Technology) ist ein europaweiter zwischenstaatlicher Rahmen für die Koordination von Forschungsaktivitäten. Die Vereinigung wurde durch die Entschliessung vom 22./23. November 1971 der Konferenz der Europäischen Forschungsminister errichtet und hat ihren Sitz in Brüssel. COST fördert die Vernetzung von national finanzierten Forschungsaktivitäten und zählt insgesamt 36 Mitgliedstaaten (die 28 Mitgliedsländer der Europäischen Union sowie Bosnien und Herzegowina, Island, Norwegen, die Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien, die Schweiz und die Türkei). Israel beteiligt sich als kooperierender Staat. Seit 1989 dürfen auch Forschungsinstitute von Nicht-Mitgliedstaaten an gewissen Aktionen teilnehmen.

Forschungskoordination im Rahmen von COST

COST ist eine Struktur zur Koordination von Forschungsaktivitäten, schreibt jedoch keine festen Programminhalte vor und verzichtet darauf, eine gemeinsame Forschungspolitik festzulegen.

Die Aktivitäten von COST finden in Form von Aktionen statt. Aktionen sind Netzwerke, in denen die Forschungstätigkeiten von mindestens fünf verschiedenen COST-Ländern koordiniert werden. Jede COST-Aktion wird von einem Verwaltungsausschuss geleitet, der sich aus Delegierten der beteiligten Länder zusammensetzt. COST-Aktionen dauern vier Jahre und bieten verschiedene Koordinationsinstrumente wie etwa: Arbeitsgruppen, Tagungen, Workshops, kurze wissenschaftliche Missionen, Training Schools und gemeinsame Veröffentlichungen. Die Initiative für COST-Aktionen geht von der Basis aus, d.h. von der europaweiten Wissenschaftsgemeinschaft (Bottom-up-Prinzip). Die Lancierung einer neuen Aktion wird vom Ausschuss Hoher Beamter (AHB) beschlossen. Die Teilnahme an Aktionen ist für die COST-Länder fakultativ. Eine Aktion kommt nur zustande, wenn mindestens fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen COST-Ländern ihr Interesse bekunden. Die Aktionen sind Gegenstand einer gemeinsamen Absichtserklärung, die von den Regierungen der daran beteiligten COST-Mitgliedstaaten genehmigt werden muss.

Der Bottom-up-Ansatz ermöglicht die freie Wahl der Forschungsthemen. COST zeichnet sich deshalb durch eine grosse Vielfalt an Aktionen in sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen aus.

COST-Prinzipien

Die Zusammenarbeit im Rahmen von COST wird von vier Prinzipien geleitet:

  1. Forschungsaktionen können von Forschenden aus allen COST-Mitgliedstaaten vorgeschlagen werden (Bottom-up-Prinzip).
  2. Die Teilnahme an den einzelnen Aktionen funktioniert nach dem À-la-carte-Prinzip, wonach die Mitgliedsländer teilnehmen dürfen, aber nicht müssen.
  3. Die Forschungskosten werden national von den einzelnen Mitgliedstaaten, die Kosten der europaweiten Koordinationsaktivitäten aus dem Budget des Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union finanziert.
  4. Eine COST-Aktion koordiniert nationale Forschungsaktivitäten in einem europäischen Umfeld. Die Arbeit jeder Aktion wird von einem internationalen Verwaltungsausschuss geleitet.

Was bringt die Teilnahme an COST?

Für erfahrene Forschende: Durch die Zusammenarbeit mit Forschenden aus anderen COST-Ländern können Schweizer Forschende über COST eine Aktion lancieren und die Forschungsaktivitäten der beteiligten Länder mithilfe der verschiedenen zur Verfügung stehenden Instrumente (Verwaltungsausschuss, Arbeitsgruppen, Workshops, Tagungen, Veröffentlichungen) koordinieren. So können die Forschenden neues Knowhow schaffen, verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen eine gemeinsame Sprache geben, ihre eigenen Erfahrungen durch den Vergleich mit den Forschungsarbeiten europäischer Kolleginnen und Kollegen konsolidieren oder die Ergebnisse ihrer Forschung bekanntmachen.

Für junge Forschende: Durch die Teilnahme an einer COST-Aktion können junge Schweizer Forschende ihr Wissen in den verschiedenen Arbeitsgruppen einer Aktion vergleichen und austauschen, im Rahmen einer kurzen wissenschaftlichen Mission an einem anderen Institut in Europa Techniken entwickeln oder ihre Kenntnisse im Rahmen einer Training School vertiefen.

Auf dem YouTube-Channel der COST-Administration werden verschiedene COST-Aktivitäten vorgestellt.

Weiterführende Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/themen/internationale-forschungs--und-innovationszusammenarbeit/zusammenarbeitsprogramme/cost.html