Technologieentwicklungen für die Raumfahrt

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© ESA

Die Raumfahrt bewegt sich oft am Rande des bisher Möglichen - oder gar darüber hinaus - und so ist es nicht verwunderlich, dass sie mit ihren hohen Anforderungen die Technologieentwicklung wesentlich fördert. Satelliten und deren Instrumente müssen in der Regel während Jahren absolut zuverlässig funktionieren. Eine Reparatur oder Versorgung im Orbit ist aus Kostengründen nicht möglich. Satelliten und Instrumente müssen den beim Start entstehenden gewaltigen Vibrationen standhalten. Im Orbit sind sie der Weltraumstrahlung und grossen Temperaturunterschieden ausgesetzt. Zudem müssen sie möglichst leicht und kompakt gebaut sein, um das Transportvolumen und -gewicht tief zu halten. Dazu kommt, dass mit den wissenschaftlichen Instrumenten oft ganz neue Messmethoden getestet werden, die ihrerseits neue Technologien bedingen. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, und um die europäische Weltraumindustrie weltweit auf einem konkurrenzfähigen Niveau zu halten, werden im Rahmen der ESA-Technologieprogramme die entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten nachhaltig sichergestellt.

Die Entwicklung innovativer Technologien und deren Standardisierung sind wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen und nachhaltigen Technologieentwicklung. Der Bereich Raumfahrt des SBFI fördert den Aufbau und die Pflege technologischer Kompetenzen in der Schweiz, welche eine nachhaltige Etablierung in einem kompetitiven Umfeld durch eine entsprechende Weiterentwicklung ermöglichen sollen. Ausgehend von innovationsträchtigen Technologien mit entsprechendem Potential erfolgt eine grosse Wertschöpfung, wenn eine neue Technologie durch Standardisierung zur Basistechnologie wird.

Technologietransfer

Nicht selten können Unternehmungen oder Institute, die in der Raumfahrt tätig sind, ihre hierfür spezifisch erarbeiteten Kompetenzen in anderen Gebieten gewinnbringend nutzen. Man spricht hier von einem spinning out von Technologien in andere Bereiche (Technologietransfer). In einigen Fällen führt dies zu neuen Firmengründungen, sogenannten Spin-offs. Auch in der Schweiz gibt es viele Fälle von erfolgreichen Technologietransfers. So hat zum Beispiel die Firma Vibrometer Hochleistungssensoren für die Überwachung von Raketenmotoren und -strukturen entwickelt und stellt nun, basierend auf den in der Raumfahrt gewonnenen Kompetenzen, erfolgreich Überwachungssensoren für Flugzeugturbinen und -strukturen her.

Schweizer Technologie-Achsen

Gemäss den Grundsätzen ihrer Weltraumpolitik verfolgt die Schweiz auch in der Technologie-Entwicklung eine Nischenstrategie mit dem Ziel, in ausgewählten Bereichen eine internationale Spitzenstellung zu erreichen bzw. zu konsolidieren und auszubauen. Zu diesem Zweck hat die Schweiz fünf prioritäre Technologie-Achsen definiert (Auflistung in willkürlicher Reihenfolge):

  • auf Mikro- und Nanotechnologien und fortschrittlichen Materialien beruhende hochpräzise, intelligente und leichte Mechanismen und Strukturen;
  • Atomuhren;
  • elektrooptische Übertragungssysteme (Laser, optische Fasern) für Daten und Messungen;
  • Miniatur-Informationstechnologien, -Elektronik, -Mechanik und -Optik für hochpräzise Instrumente, die namentlich bei Wissenschaftsmissionen und bei der Erdbeobachtung zur Anwendung kommen;
  • Vorbereitung neuer Technologien für benutzerdefinierte Anwendungen in den Bereichen Erdbeobachtung, satellitengestützte Navigation und Telekommunikation.

Weiterführende Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/themen/raumfahrt/technologieentwicklungen-fuer-die-raumfahrt.html