Weltraumwissenschaften

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© ESA

Seit den 1960-er Jahren haben neue Erkenntnisse aus der Weltraumforschung das Wissen über das Universum deutlich erweitert. Dank den Erfolgen des Wissenschaftsprogramms der Europäischen Weltraumorganisation ESA nimmt Europa heute weltweit eine prominente Rolle ein, insbesondere bei der Infrarot- und Röntgenastronomie, der Astrometrie, der Sonnensystemforschung sowie der Sonnenbeobachtung. Mit dem Langzeitplan Cosmic Vision 2015-2025 beabsichtigt die ESA, die Schlüsselrolle Europas im Bereich der Weltraumforschung zu konsolidieren und weiter auszubauen.

Mit CHEOPS ist die Schweiz zum ersten Mal am Steuer einer weltraumgestützten Wissenschaftsmission. Hierbei wird viel Neues geprüft, aber auch auf Bisherigem aufgebaut. Alles in allem ein Paradebeispiel warum Bildung, Forschung und Innovation für den Standort Schweiz von ausschlaggebender Bedeutung sind.

Schweizer Beiträge zu ESA-Wissenschaftsmissionen

Die Schweizer Wissenschaftsgemeinschaft nimmt an der Definition des ESA-Wissenschaftsprogramms teil und leistet, in Zusammenarbeit mit der Schweizer Industrie, auch einen wichtigen Beitrag zur Implementierung anspruchsvoller Nutzlasten. Die damit einhergehende Entwicklung von Spitzentechnologien ist ein wichtiger Pfeiler für unsere Wirtschaft. Zudem spielen Raumfahrtprojekte für die Ausbildung junger Wissenschaftler und Ingenieure eine bedeutende Rolle.

Forschergruppen an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen, an den kantonalen Universitäten, an weiteren Forschungsstätten sowie am INTEGRAL Science Data Center in Genf beteiligen sich aktiv an Projekten im Rahmen des ESA-Wissenschaftsprogramms. Das International Space Science Institute in Bern spielt bei der Dateninterpretation sowie der Definition neuer Missionen international eine Schlüsselrolle.

Die Schweizer Weltraumwissenschaft konzentriert sich innerhalb der ESA schwergewichtig auf die Bereiche Astrophysik, Erkundung der Himmelskörper des Sonnensystems und Experimente der Fundamentalphysik. So wurden massgebliche Beiträge geleistet u.a. an die ESA-Wissenschaftsmissionen MarsExpress, SMART-1, Rosetta, Herschel und Planck. Auch bei zukünftigen ESA-Wissenschaftsmissionen wie BepiColombo, Gaia, LISA Pathfinder und den europäischen Beiträgen zum James Webb Space Telescope (JWST) der NASA sind Schweizer Wissenschaftler substantiell beteiligt.

Die international wettbewerbsfähige Schweizer Industrie bringt Technologien hervor, welche die Teilnahme an verschiedenen Projekten für die Entwicklung von Wissenschaftssatelliten und Sonden für das ESA-Wissenschaftsprogramm ermöglichen. In diesem Zusammenhang fördert das ESA-Programm Prodex (Entwicklung von wissenschaftlichen Experimenten) speziell den Austausch von Wissen zwischen Forschungsinstitutionen und der Industrie.

Ein umfassender Überblick über die Schweizer Aktivitäten in der Weltraumforschung findet sich zum Beispiel in den Publikationen der Schweizer Akademie der Naturwissenschaften.

Weiterführende Informationen

https://www.sbfi.admin.ch/content/sbfi/de/home/themen/raumfahrt/weltraumwissenschaften.html