Nachträglicher Erwerb des Fachhochschultitels Pflege: neue Möglichkeiten für erfahrene Pflegefachpersonen
Sie verfügen über ein älteres (altrechtliches) Schweizer Pflegediplom und möchten Ihre Qualifikation mit einem Fachhochschultitel sichtbar machen? Seit dem 1. Februar 2025 ist der Zugang zum nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels (NTE) für Pflegeberufe erweitert.
Damit erhalten mehr Inhaberinnen und Inhaber altrechtlicher Pflegediplome die Möglichkeit, den Fachhochschultitel zu erwerben und den «Bachelor of Science» Pflege nachträglich zu führen. Der NTE macht Ihre bereits erworbenen Kompetenzen sichtbar und eröffnet neue berufliche Perspektiven.
Mehr Anerkennung für Ihre berufliche Erfahrung
Viele Pflegefachpersonen verfügen über eine langjährige Berufserfahrung und haben sich laufend weitergebildet. Die Erweiterung des NTE trägt dieser Entwicklung Rechnung: Bereits erworbene Berufsqualifikationen werden besser anerkannt und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Pflegeberuf gestärkt.
Die neuen Regelungen berücksichtigen die besondere Situation im Pflegebereich und ermöglichen mehr Personen den Zugang zum Fachhochschultitel – bei gleichbleibend hohen Anforderungen an Qualität und Patientensicherheit.
Erklärvideos
Prüfen Sie in wenigen Schritten, ob Sie die Voraussetzungen zum NTE erfüllen.
Wer kann den Fachhochschultitel Pflege nachträglich erwerben?
Der NTE richtet sich an Inhaberinnen und Inhaber bestimmter älterer (altrechtlicher) Schweizer Pflegediplome. Sie können den NTE erwerben, wenn Sie die entsprechenden weiteren Voraussetzungen erfüllen.
Die Voraussetzungen für den Erwerb des NTE wurden per 1. Februar 2025 vereinfacht und erweitert. Ob Sie die Anforderungen erfüllen, erfahren Sie in folgendem Dokument:
erleichtert die Vergleichbarkeit Ihrer Qualifikation auf nationaler und internationaler Ebene
Ein Beitrag zur Stärkung der Pflege
Mit der Öffnung des NTE-Pflege wird die Attraktivität des Pflegeberufs weiter erhöht. Gleichzeitig bleibt gewährleistet, dass die Anforderungen an den Fachhochschultitel Pflege den Qualitätsstandards des Schweizer Bildungssystems entsprechen.
Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) führt das Verfahren zum nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels durch.
FAQ – Nachträglicher Erwerb des FH-Titels Pflege
Sie möchten wissen, ob Sie den nachträglichen Erwerb des Fachhochschultitels (NTE) beantragen können? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu Voraussetzungen, Weiterbildungen, Berufserfahrung, Gesuch und Kosten.
Grundsätzlich benötigen Sie:
ein anerkanntes altrechtliches Schweizer Pflegediplom,
mindestens zwei Jahre anerkannte Berufspraxis im einschlägigen Berufsfeld und
je nach Ihrem Bildungsweg eine ergänzende Ausbildung bzw. einen Nachdiplomkurs auf Hochschulstufe.
Welche zusätzlichen Weiterbildungen und/oder Nachdiplomkurse auf Hochschulstufe erforderlich sind, hängt davon ab, welche ergänzende Ausbildung oder welches ergänzende Diplom Sie bereits besitzen.
Voraussetzung ist eines der im Merkblatt aufgeführten, vom SRK anerkannten altrechtlichen Schweizer Pflegediplome. Dazu gehören
Pflegefachfrau/Pflegefachmann
Gesundheits- und Krankenpflege, DN II
Allgemeine Krankenpflege (AKP)
Psychiatrische Krankenpflege (PsyKP)
Kinderkrankenpflege, Wochen- und Säuglingspflege (KWS)
Gemeindekrankenpflege (GKP)
Integrierte Krankenpflege (IKP)
Krankenpflegerin oder Krankenpfleger der Schule für Krankenpflege Sarnen, Sarner Schwestern, mit der Zusatzausbildung für ambulante Krankenpflege
Nein.
Ein Diplom als Pflegefachfrau/Pflegefachmann HF gilt als neurechtlich. Für den NTE wird jedoch ein altrechtliches Schweizer Ursprungsdiplom benötigt.
Nein, denn beim NTE geht es ausschliesslich um Schweizer Ursprungsdiplome.
Nachgewiesen werden können eine der folgenden ergänzenden Ausbildungen oder eines der folgenden ergänzenden Diplome:
HöFa II
Certificat d’infirmière clinicienne/infirmier clinicien II
Diploma CRS indirizzo clinico
Nachdiplomstudium (NDS HF)
eidgenössischer Fachausweis
eidgenössisches Diplom
Weiterbildung mit einem Umfang von mindestens 150 Stunden.
Bei den Ziffern 4 bis 7 immer in den Fachbereichen Gesundheit, Soziales, Psychologie, Medizin, Management oder Bildung.
Das hängt von Ihrem Bildungsweg ab.
Wenn Sie eine der in den Ziffern 4 bis 7 des Merkblatts aufgeführten ergänzenden Ausbildungen bzw. Diplome besitzen, benötigen Sie zusätzlich einen Nachdiplomkurs auf Hochschulstufe (FH, Universität, PH oder ETH) mit mindestens 10 ECTS oder eine andere gleichwertige Weiterbildung.
Wenn Sie keine der aufgeführten ergänzenden Ausbildungen bzw. Diplome nachweisen können, ist auch der Weg über höchstens zwei Nachdiplomkurse auf Hochschulstufe mit insgesamt mindestens 20 ECTS möglich (z. B. zwei CAS oder ein DAS oder ein MAS).
Je nach Vorbildung sind drei Wege möglich:
Weg 1: Altrechtliches Pflegediplom + ergänzende Ausbildung (Ziff. 1 bis 3) + zwei Jahre Berufspraxis.
Weg 2: Altrechtliches Pflegediplom + ergänzende Ausbildung (Ziff. 4 bis 7) + zwei Jahre Berufspraxis + ein Nachdiplomkurs auf Hochschulstufe bzw. eine gleichwertige Weiterbildung mit mindestens 10 ECTS.
Weg 3: Altrechtliches Pflegediplom + zwei Jahre Berufspraxis + höchstens zwei Nachdiplomkurse auf Hochschulstufe mit mindestens 20 ECTS (z. B. 2 CAS oder 1 DAS oder 1 MAS).
Welcher Weg für Sie gilt, hängt von Ihren Weiterbildungen ab.
Je nach gewähltem Weg benötigen Sie insbesondere:
Ihr Diplom im Original oder als beglaubigte Kopie
Nachweise über die ergänzende Ausbildung bzw. das ergänzende Diplom im Original oder als beglaubigte Kopie
Nachweise über die erforderliche Berufspraxis, beispielsweise Arbeitszeugnisse oder -bestätigungen, im Original oder als beglaubigte Kopie
Nachweise über Nachdiplomkurse auf Hochschulstufe oder gleichwertige Weiterbildungen im Original oder als beglaubigte Kopie
den Zahlungsnachweis der Bearbeitungsgebühr
eine Kopie Ihrer Identitätskarte oder Ihres Passes
Die Verfügung ist das rechtskräftige Dokument, die Bearbeitungsgebühr beträgt CHF 310.– und ist vorgängig, bei Einreichung des Gesuchs, zu bezahlen.
Sie haben die Möglichkeit, zusätzlich zur Verfügung folgende Dokumente zu bestellen:
Diploma Supplement: CHF 25.–
Diplomurkunde: CHF 25.–
Für die Registrierung im NAREG stellt das SRK eine Gebühr von CHF 130.– in Rechnung.
Das SBFI prüft Ihr Gesuch und entscheidet über die Vergabe des Fachhochschultitels (FH).
Bei erfüllten Voraussetzungen wird eine Verfügung ausgestellt, die als rechtskräftiges Dokument gilt.
Die Rechtsgrundlagen sehen ausschliesslich die Vergabe des FH-Titels vor. Gleichzeitig mit der FH-Titelführung darf seit dem 1. Januar 2009 (Abgabe der ersten Bachelor-Diplome) der Bachelor-Titel «Bachelor of Science (BSc)» geführt werden.
Das Gesuch ist an folgende Adresse zu senden: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI NTE-FH (Pflege) Einsteinstrasse 2 3003 Bern
Eine inhaltliche Prüfung kann ausschliesslich im Rahmen eines korrekt eingereichten und vollständigen Gesuchs erfolgen. Eine verbindliche Beurteilung vor der Einreichung eines Gesuchs ist daher nicht möglich.
Die Gebühren werden im Falle einer negativen Beurteilung, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von CHF 100.--, zurückerstattet.